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Selbstmordversuch mit 18
Lilo Wanders: Suizid ist "nie eine echte Option"
Auf der Bühne und im TV ist er Lilo Wanders, eine so glamouröse wie schlüpfrige (S)Expertin. Privat neigt der Damendarsteller Ernie Reinhardt zur Nachdenklichkeit. Auch aufgrund eigener Erfahrungen.

Lilo Wanders am 18. Oktober 2025 auf der Frankfurter Buchmesse (Bild: IMAGO / Manfred Segerer)
- 24. Oktober 2025, 05:21h 2 Min.
Hamburg (dpa) – Der als Lilo Wanders bekannte Travestie-Künstler Ernie Reinhardt (70, "Wa(h)re Liebe") glaubt, dass man im Leben durch tiefe Täler gehen muss, um sich menschlich zu entwickeln. "Ich habe die Vermutung, dass jeder Mensch etwas durchmachen muss. Denn natürlich lässt einen das reifen – wenn man nicht aufgibt", sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Der schwule Schauspieler fügte hinzu: "Wir müssen durch etwas durch, damit wir am Ende loslassen können. Das Gute am Älterwerden ist ja, dass man solche Dinge erkennt – eben auch, was man bewältigt hat. Das ist allerdings ein schleichender Prozess."
"Gerade, wenn man jung ist, gibt es immer eine Lösung"
Aufgeben, in seinem Fall ein Suizidversuch mit 18 Jahren, ist nach Reinhardts Meinung nie eine echte Option. "Gerade, wenn man jung ist, gibt es immer eine Lösung. Darum sollten wir alle gut aufeinander aufpassen", betonte der südlich von Hamburg lebende Künstler.
Vor kurzem hat der 70-Jährige seine Autobiografie veröffentlicht und ist derzeit auf Lesereise unterwegs (queer.de berichtete). An diesem Samstag (25.10.) liest er in Vechta und eine Woche später tritt Reinhardt als Lilo Wanders in Lüneburg auf. (cw/dpa)
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