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Berlin

Jurassica Parka wegen Verbreitung und Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft

Der Fall um die Berliner Dragqueen Jurassica Parka erschüttert die queere Community in der Bundeshauptstadt.


Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Jurassica Parka (Bild: IMAGO / Political-Moments)
  • 24. Oktober 2025, 10:12h 3 Min.

Am Donnerstag schockierte die Meldung die Berliner LGBTI-Szene, dass es gegen Dragqueen Jurassica Parka Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verbreitung und Besitz von kinderpornografischen Inhalten gibt (queer.de berichtete). Jetzt enthüllte das queere Stadtmagazin "Siegessäule": Parka, bürgerlich Mario O., war bereits vor zwei Jahren wegen eines derartigen Vergehens rechtskräftig verurteilt worden und gilt als vorbestraft.

Laut dem Bericht sprach das Amtsgericht Tiergarten am 26. Oktober 2023 wegen "Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften" eine Geldstrafe in Höhe von 11.200 Euro (160 Tagessätze zu je 70 Euro) gegen die Dragqueen aus. O. sei vorgeworfen worden, "am 24.11.2021 Dateien mit kinderpornographischem Inhalt in einem sozialen Netzwerk hochgeladen bzw. verbreitet zu haben." In der Urteilsbegründung heiße es, dass eine relativ milde Strafe verhängt worden sei, da der Angeklagte "reumütig und geständig war, es sich um eine spontane Tat handelte und die Tat bereits einige Zeit zurücklag".

In der Szene gibt es bereits Konsequenzen: So ist Parkas Facebook-Account inzwischen offline. Auch der Podcast "Parka und Schlönzke", den Jurassica Parka gemeinsam mit Drag-Kollegin Marion Schlönzke fünf Jahre lang betrieben hatte, ist nicht mehr erhältlich. Schlönzke erklärte, sie habe die Zusammenarbeit "in Gänze" eingestellt, "bis die Vorwürfe juristisch komplett aufgearbeitet sind". Erst vor zwei Monaten hatte das Duo erklärt, eine Pause einzulegen. Schlönzke schrieb damals auf Instagram: "Jurassica muss aktuell etwas kürzertreten und sich um ein paar persönliche Belange zu kümmern."

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Rechte machen gegen Dragqueens mobil

Rechtsextreme versuchen unterdessen, die Vorwürfe gegen Jurassica Parka für ihre Zwecke auszunutzen. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt zeigte etwa ein Bild von Parka mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin und schrieb dazu: "Der Perverse und der Bürgermeister". Auch international wird Häme laut. Das bekannte rechte US-Social-Media-Account "Libs of TikTok" merkte etwa an: "Die Sache, die nie passiert, ist wieder passiert." Bei diesen Einträgen wird versucht, alle Dragqueens als Gefahr für Kinder darzustellen.

Dragqueen-Kollegin Nina Queer, die nie eine Freundin Parkas war, äußerte gegenüber dem "Berliner Kurier" die Befürchtung, dass nun alle queeren Menschen in Sippenhaft genommen werden könnten: "So ein Fall zieht alle Dragqueens, trans Personen und Homosexuelle in den Dreck. Augenblicklich gibt es aus dem rechten Spektrum sehr viel Meinungsmache und man würde uns ja alle gerne als Päderasten darstellen."

Der Hintergrund: Die Wohnung von Jurassica Parka wurde laut der Berliner Staatsanwaltschaft im Juli durchsucht, nachdem man einen Tipp einer amerikanischen Kinderschutzorganisation erhalten hatte, die von US-Onlinediensten über mögliche Fälle von Kinderpornografie teilautomatisiert informiert wird. Parka selbst äußerte sich in einem Instagram-Video nicht direkt zu den Vorwürfen, sprach aber über Probleme mit Sucht. Zudem behauptete Mario O., eine Dragqueen-Kollegin habe "Falschinformationen" über ihn gestreut, und bat seine Fans, nicht "jeden Scheiß" zu glauben, "der über mich erzählt wird". Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit noch in dem Fall, solange gelte die Unschuldsvermutung, teilte die Behörde weiter mit. (cw)

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