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Queeres Gruseln rund um Halloween
Während sich Kino-Mainstreamfilme mit queeren Figuren und Handlungen noch immer etwas schwertun, spielt das Horrorgenre eine gewisse Vorreiterrolle. Wir geben aus aktuellem Anlass ein paar Film- und Serientipps.

Einer der schwulsten Slasher-Filme überhaupt: Szene aus "Hellbent" (Bild: Sneak Preview Entertainment)
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26. Oktober 2025, 07:48h 5 Min.
"Fantastische Filme ermöglichen Ausflüge in andere, fremde Welten. Und queer bedeutet im Wortsinn 'seltsam', es repräsentiert 'das Andere' – eine andere Art zu leben, eine andere Identität. So gesehen passt das recht gut zusammen", sagte Pierre-Yves Walder 2022 in einem Interview. Damals präsentierte der Direktor des Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF) in der Schweiz die Reihe "Scream Queer" mit lauter unheimlichen Filmen.
Queere Elemente habe es im fantastischen Film schon immer gegeben, sagt Walder, aber jahrzehntelang entweder nur unterschwellig oder verunglimpfend. Das jedoch habe sich vor 20, 30 Jahren zu ändern begonnen, graduell und langsam, parallel mit der wachsenden Akzeptanz in der Gesellschaft. "Es begann in Underground-Filmen, ging weiter im Arthouse-Bereich und erreichte dann den Mainstream." Die 1980er Jahre sieht er als Übergangszeit. "Da gab es bereits queere Figuren, aber sie waren meist die bösen, derangierten Killer."
Zu Halloween 2025 haben wir im Folgenden ein paar (primär schwule) Film- und Serientipps zusammengestellt.
Les Lèvres rouges / Daughters of Darkness
Schon lange besonders queerfreundlich ist das Vampir-Genre. Als lesbischer Filmklassiker gilt "Les Lèvres rouges" / "Daughters of Darkness" (1971), in dem ein weiblicher Vampir es auf junge Frauen abgesehen hat. Und Anne Rice startete 1976 mit "Interview with the Vampire" eine ganze Romanserie voller schwuler Vampire, die derzeit als TV-Serie neuadaptiert wird – und noch offenherziger queer ist als es die Bücher waren.
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Freaky
Wer sich zu Halloween gerne queer Gruseln möchte, hat mittlerweile eine fast schon unübersichtlich große Auswahl an Möglichkeiten. Bei vielen Filmen spielen queere Elemente zwar nur eine Nebenrolle, aber auch das kann sich lohnen, wenn es gut gemacht ist. In "Freaky" (2020) zum Beispiel tauschen ein männlicher Serienkiller und ein Highschool-Girl durch einen kosmischen Unfall die Körper, was zu wilden, höchst unterhaltsamen Wirren führt. Und zu einer Szene, in welcher der attraktive potenzielle Boyfriend des Mädchens erklärt, er würde sie jetzt sehr gerne küssen – was dann prompt geschieht, obwohl sie immer noch im bulligen Körper des Serienkillers steckt. Daneben hat die Heldin auch noch einen schwulen besten Freund, der heroisch seinen Mann steht.
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Truth or Dare
In "Truth or Dare" (2018) handelt sich eine Gruppe von Freund*innen einen tödlichen Fluch ein. Sie werden immer wieder gezwungen, das Spiel Truth or Dare zu spielen – und wer lügt oder die Mutprobe verweigert, stirbt. Teil der Gruppe ist auch der schwule Brad, der bei seinen Freund*innen out ist, nicht jedoch bei seinem homophoben Vater, einem Polizisten. Sein Queersein spielt eine relativ prominente Rolle und wird überraschend sensibel und mehrdimensional gehandhabt.
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Candyman
In der ausgezeichneten Fortsetzung von "Candyman" (2021) spielt ein schwules Paar eine prominente Nebenrolle (und überlebt sogar…). Im Zentrum steht die finstere Sagenfigur Candyman, die angeblich auftaucht und tötet, wenn man sich vor einen Spiegel stellt und fünfmal "Candyman" sagt. Und natürlich gibt es erneut einige, die nicht widerstehen können, das mal auszuprobieren.
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Psycho
Ein Klassiker des queeren Schauerfilms ist Alfred Hitchcocks Meisterwerk "Psycho" (1960). Auch wenn die queeren Elemente hier primär problematisch eingesetzt werden (Stichwort derangierter Killer) ist der Film bis heute brillant und effektiv. Das Wiedersehen lohnt sich auch deshalb, weil der reale Serienkiller, der Hitchcock als Vorlage diente, gerade auf Netflix seine eigene Serie bekommen hat: "Monster: The Ed Gein Story", mit Charlie Hunnam in der Hauptrolle (unter anderem bekannt für seine schwule Rolle in der legendären britischen Serie "Queer as Folk", 1999).
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Companion
Im futuristischen Thriller "Companion" (2025) läuft ein Wochenend-Ausflug von Freund*innen aus dem Ruder, unter ihnen ist auch ein schwules Paar. Die Freundin der Hauptfigur ist ein Sexbot, wirkt jedoch so täuschend echt, dass selbst sie glaubt, ein Mensch zu sein. In Wirklichkeit jedoch ist sie programmiert, und ihre Hauptaufgabe an jenem Wochenende ist nicht Sex, sondern Mord. Als ihr allerdings klar wird, was Sache ist, entwickelt sie ein unerwartetes Eigenleben. Und auch beim dem schwulen Paar ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint.
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The Rocky Horror Picture Show
Zum fünfzigjährigen Jubiläum darf natürlich auch der queere Kultklassiker "The Rocky Horror Picture Show" (1975) nicht unerwähnt bleiben. Im Zentrum des schrägen Musicals voller Ohrwürmer steht ein verführerischer außerirdischer Wissenschaftler vom Planeten Transsexual, der gerne in sexy Frauenkleidern rumläuft, auf Männer steht und à la Dr. Frankenstein eine eigene Kreatur erschafft, einen attraktiven Mann namens Rocky.
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Marry My Dead Body
Auch im stets weiterwachsenden asiatischen Boys-Love-Genre gibt's allerlei Passendes zu Halloween. Nicht speziell gruslig, aber trotzdem passend ist die taiwanesische Mystery-Action-Komödie "Marry My Dead Body" (2022), in der sich ein sehr heterosexueller Cop plötzlich in einer Ehe mit einem schwulen Geist wiederfindet – aufgrund von mysteriösen Verbindungen aus einem früheren Leben. Nach seinem anfänglichen Schock findet der Cop die übernatürlichen Fähigkeiten seines geisterhaften Partners dann jedoch rasch recht hilfreich.
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Hellbent
Zu den schwulsten Slasher-Filmen überhaupt gehört zweifellos "Hellbent" (2004), in denen reihenweise attraktive, leicht bekleidete schwule Männer ums Leben kommen – durch einen gut gebauten Killer in einer Teufelsmaske. Und das alles natürlich an Halloween. Der Film ist nicht besonders gut, aber ein netter Versuch, ein klassisches Horrorgenre für ein schwules Publikum zu adaptieren.
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Halloween Kills
Der Halloween-Horror-Klassiker schlechthin ist natürlich die Filmreihe "Halloween" (seit 1978), in welcher der psychotische und offenbar nicht totzukriegende Michael Myers jeweils zu Halloween sein Unwesen treibt. Mittlerweile gibt es 13 Filme, und als nächstes soll wohl eine TV-Serie kommen. In "Halloween Kills" (2021) gibt's erstmals auch ein schwules Paar, das ausgerechnet in jenes Haus eingezogen ist, in dem Michael einst lebte und zum ersten Mal getötet hat. Ob das gutgehen kann?
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