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Schlammschlacht

Margot Schlönzke beendet Zusammenarbeit mit Jurassica Parka "endgültig"

Die Vorwürfe gegen Jurassica Parka erschüttern die Berliner Community. Nun zieht Margot Schlönzke Konsequenzen. Die Schlammschlacht ist längst im Gange.


Werbeposter für den Podcast "Parka und Schlönzke" (Bild: Archiv)

  • 27. Oktober 2025, 13:12h 3 Min.

Der Fall Jurassica Parka hat am Wochenende weitere Kreise gezogen. Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass die Berliner Staatsanwaltschaft "wegen des Verdachts der Verbreitung und des Besitzes von kinderpornografischen Inhalten" gegen die bekannte Dragqueen ermittelt (queer.de berichtete). Wenig später wurde auch durch einen "Siegessäule"-Bericht bekannt, dass Parka, bürgerlich Mario O., bereits vor zwei Jahren wegen eines derartigen Vergehens rechtskräftig verurteilt worden war (queer.de berichtete).

Ihre Dragqueen-Kollegin Margot Schlönzke, mit der Parka den Podcast "Parka und Schlönzke" fünf Jahre lang betrieben hatte, meldete sich am Samstag auf Social Media zu Wort: "Ich habe die Zusammenarbeit mit ihr frühstmöglich ausgesetzt, nachdem sie mich über das laufende Ermittlungsverfahren informiert hatte. Durch die Berichterstattung habe ich in den vergangenen Tagen erstmals von einer früheren Verurteilung erfahren", teilte die Entertainerin, Moderatorin, Sängerin und LGBTI-Aktivistin mit. Die jüngsten Erkenntnisse hätten sie nun dazu bewogen, die Zusammenarbeit "endgültig zu beenden". Denn: "Trotz der weiterhin geltenden Unschuldsvermutung im gegenwärtigen Verfahren halte ich diesen Schritt für richtig."

Schlönzke betonte, dass für sie der "Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt [...] nicht verhandelbar" sei. "Ich empfinde Fassungslosigkeit, Entsetzen und Abscheu über das Geschehen und auch Enttäuschung darüber, getäuscht worden zu sein", schrieb sie. "Meine Solidarität gilt uneingeschränkt den Opfern sexuellen Missbrauchs."

Die aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit einer ehemaligen Kollegin haben viele Fragen aufgeworfen. Deshalb ist es...

Posted by Margot Schlönzke on Saturday, October 25, 2025
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In der Berliner Szene regte sich auch Kritik an Margot Schlönzke: Dragqueen Nina Queer warf Schlönzke bereits am Freitag vor, eine langjährige Freundin verraten zu haben, indem sie die Informationen über Jurassica Parka an die Medien, also die "Siegessäule", weitergegeben habe. Das queere Stadtmagazin dementierte dies jedoch.

Schlönzkes Verhalten spalte die queere Szene, indem es eine Atmosphäre des Misstrauens schaffe, so Nina Queer weiter. Am Sonntag erklärte sie dann auf Facebook, dass sie nun aus der rechten Szene bedroht werde und sich deshalb nicht mehr zu dem Fall äußern wolle. In Kommentaren hat sich inzwischen eine Schlammschlacht zwischen Anhänger*innen der beiden Dragqueens entwickelt.

Nina Queer hatte 2021 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als sie von RTL aus der Dschungelshow geschmissen wurde, bevor diese überhaupt losging. Grund war damals, dass sich selbst die Dragqueen als "Hitler-Transe" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Désirée Nick bezeichnete sie daraufhin als "Wendler der Community" (queer.de berichtete). Bereits 2017 hatte es Rassismus-Vorwürfe gegen Nina Queer gegeben (queer.de berichtete).

HateAid distanziert sich von Parka

Auch außerhalb der Community stößt der Fall Parka auf Reaktionen – etwa von HateAid. Parka hatte zuvor für die erste digitale Beratungsstelle ausschließlich für Betroffene von digitaler Gewalt in Deutschland geworben. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen sei "ein zentrales Anliegen und unverrückbarer Bestandteil unserer Werte und unseres Engagements als Betroffenenorganisation", teilte HateAid mit. Die Vorwürfe gegen Jurassica Parka seien deswegen sehr erschütternd.

"Aus diesem Grund distanzieren wir uns in aller Deutlichkeit von Menschen und Gruppen, die Kindesmissbrauchsdarstellungen erstellen, besitzen und/oder verbreiten. Es ist für uns selbstverständlich, dass jegliche Verbindung von HateAid mit ihnen ausgeschlossen ist", so HateAid. Gleichzeitig warnte die Organisation davor, "die Vorwürfe gegen Mario O. zu instrumentalisieren, um Hass und Gewalt gegen queere Menschen zu schüren".

Rechtsextreme nutzen Fall Parka aus

Insbesondere die AfD versucht derzeit, die Vorwürfe gegen Jurassica Parka für ihre Zwecke auszunutzen. So forderte die rechtsextreme Bundestagsfraktion den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, weil sich der CDU-Politiker "mehrfach lächelnd öffentlich" mit Parka gezeigt habe und queere Projekte mitfinanziert habe. Eine "staatliche Förderung von LSBTIQ-Projekten im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendarbeit" werde man bei einer Übernahme der Regierungsverantwortung "unverzüglich beenden", so der familienpolitische Sprecher Martin Reichardt in sozialen Netzwerken. (cw)

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