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Aus Habgier

London: Pornodarsteller erhält nach kaltblütigem Mord an schwulem Paar lebenslang

Ein schwuler Mann aus London holte einen Pornodarsteller aus Kolumbien zu sich nach Hause, um mit ihm Sex zu haben. Er und sein Lebenspartner bezahlten das mit ihrem Leben.


Täter Yostin M. wurde im Woolwich Crown Court in London verurteilt (Bild: N Chadwick  / wikipedia)

  • 27. Oktober 2025, 17:08h 3 Min.

Der 35-jährige Pornodarsteller Yostin M. ist am Freitag laut britischen Medienberichten in einem Londoner Gericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er ein schwules Paar, bei dem er gelebt hatte, aus Habgier mit großer Brutalität ermordet hatte. Albert A. (62) und sein Lebenspartner Paul L. (71) starben in ihrer eigenen Wohnung im Londoner Stadtteil Shepherd's Bush.

Außerdem wurde der Angeklagte wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt. Der kolumbianische Staatsbürger muss mindestens 42 Jahre absitzen, bevor er vorzeitig entlassen werden kann. Danach würde er abgeschoben werden. Allerdings ließ der Richter wegen der Schwere der Tat Zweifel erkennen, ob M. jemals wieder auf freien Fuß gesetzt wird.

Albert A. lernte seinen späteren Mörder bereits 2012 durch schwule Webcam-Seiten kennen – und bezahlte ihn mehrfach für Online-Sex-Sessions. 2023 finanzierte A. dem Pornodarsteller eine Reise nach England und nahm ihn in der gemeinsamen Wohnung auf. A. hatte mehrfach Sex mit M.; er genoss es, beim Sex den unterwürfigen Part zu spielen und bezeichnete seinen Hausgast als "Master". A. finanzierte dem Kolumbianer dessen Leben in London, inklusive einer Fitnessstudio-Mitgliedschaft, Englisch-Unterricht, Ausflüge in den Badeort Brighton und Pub-Besuche. Im März 2024 flog das Trio auch gemeinsam nach Kolumbien.

M. setzte Mordplan im Juli 2024 um

M. soll dann den Plan gefasst haben, das Paar zu töten. Das hätten Internetsuchen ergeben. So habe er gesucht, wie tödliche Verletzungen mit Werkzeugen erreicht werden könnten. Am 8. Juli setzte er seinen Plan um: Zunächst griff M. den Rentner Paul L. mit einem Hammer an und zerschmetterte ihm den Schädel. Er versteckte das Opfer unter dem Bett. Als Albert A. später nach Hause kam, hatte der Täter zunächst Sex mit ihm – und stach dann mit einem Messer insgesamt 22 Mal auf ihn ein – ins Gesicht, den Hals und die Oberarme. Als A. im Sterben lag, verspottete der Täter sein Opfer mit den Worten: "Gefällt dir das?"

Die Tat wurde auch gefilmt, da in der Wohnung Kameras für die Sex-Sessions aufgestellt worden waren. Auf dem Video, das sich die Geschworenen ansehen mussten, ist auch zu sehen, wie M. nach der Tat freudig tanzte.

Festnahme in Bristol

M. zerstückelte dann seine Opfer, packte einige Leichteile in die Tiefkühltruhe und andere in einen Koffer, den er über die Clifton Suspension Bridge, eine Kettenbrücke über den Fluss Avon in Bristol, werfen wollte. Dort wurde er aber von einem Zeugen gesehen, der bemerkte, das Blut aus dem Koffer tropfte. Der Täter floh, wurde aber noch in Bristol festgenommen (queer.de berichtete).

Laut einem Gutachten leidet M. nicht an einer psychischen Erkrankung und war voll schuldfähig. Er habe die Tat begangen, weil er nicht nur die Bankkonten seiner Opfer leeren, sondern auch deren Wohnung verkaufen wollte. Er selbst behauptete im Prozess, dass Albert A. seinen Lebenspartner getötet habe und er dann aus Notwehr seinen Sexpartner umgebracht habe. Die Geschworenen schenkten dieser Version aber keinen Glauben. (cw)