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Róisín Murphy
Transphobe Sängerin wird in Düsseldorf auftreten
Róisín Murphy machte erst vor einer Woche wieder Stimmung gegen trans Menschen und soll am Abend in Düsseldorf ein Konzert geben. Der Veranstalter lädt die irisiche Sängerin zwar nicht aus, kritisiert sie aber mit scharfen Worten.

Róisín Murphy im Juni bei einem Auftritt in Lissabon (Bild: IMAGO / NurPhoto)
- 30. Oktober 2025, 11:12h 3 Min.
Die avantgardistische Popsängerin Róisín Murphy soll am Donnerstagabend im Rahmen des New Fall Festivals in den ausverkauften Rheinterrassen in Düsseldorf auftreten. Festival-Macher Hamed Shahi teilte allerdings laut "Rheinischer Post" mit, dass er transfeindliche Aussagen der 52-Jährigen scharf kritisiere.
"Manche Aussagen von Róisín Murphy haben Menschen verletzt und widersprechen unseren Werten von Vielfalt, Gleichberechtigung und Respekt", sagte der Veranstalter. "Ich distanziere mich deutlich von ihren Aussagen, die ich als verletzend empfinde." Gleichzeitig wolle sein Festival "den Dialog ermöglichen". "Die Leute sollen sich austauschen und diskutieren – das ist uns genauso wichtig." Eine Absage wäre laut Shahi weder juristisch noch kulturpolitisch vertretbar.
Außerdem erklärte der Veranstalter, er sehe Cancel Culture nicht als richtigen Weg an: "Natürlich gibt es rote Linien – aber Róisín Murphy ist eine Künstlerin, mit der ich mich auseinandersetzen möchte."
Kampf gegen Anerkennung junger trans Menschen
Murphy hatte bereits mehrfach auf Social Media gegen trans Menschen gehetzt, wollte aber gleichzeitig nicht als Terf, also als "trans-ausschließende Radikalfeministin", bezeichnet werden. 2023 schrieb sie auf Facebook: "Bitte nennt mich nicht Terf. Aber Pubertätsblocker SIND SCHEIẞE." Sie erklärte weiter, sie setze sich dafür ein, "kleine verwirrte Kinder" vor Transgeschlechtlichkeit zu schützen. Die Aussagen waren damals ein Schock für viele Fans, da sie zuvor als queerfreundlich gegolten hatte. Nach Kritik entschuldigte sie sich und erklärte, sie werde sich zu dem Thema nicht mehr äußern.
Vor gut einer Woche startete sie aber eine neue Tirade: Sie zeigte auf X eine umstrittene Statistik, wonach sich angeblich weniger junge Menschen als trans identifizierten, und sagte über trans Menschen: "Es war nie real. Das ist aber furchtbar traurig. Es wurde absolutes Chaos angerichtet gegenüber Kindern, Familien und der Gesellschaft." LGBTI-Aktivist*innen kritisierten ihre Aussage. So zeigten Studien übereinstimmend, dass die medizinische Versorgung von jungen trans Menschen das Risiko für Depressionen und Suizide senke. Außerdem hänge ein möglicher Rückgang der Menschen, die sich öffentlich als trans identifizierten, wohl eher mit der steigenden Transphobie in der gesamten westlichen Welt zusammen.

Bild: X
Der nichtbinäre US-Act The Blessed Madonna kritisierte Murphy auf Instagram scharf: "Du hast mich einmal zu oft verarscht. Du warst nie eine queere Ikone. Du bist nur eine weitere verstaubte Terf, die es versteht, queeres Geld zu zählen und gut auszusehen."
Anders als Düsseldorf reagierten Festivalsorganisator*innen in der Türkei: Nach den transphoben Äußerungen lud das Back In Town Festival in Istanbul Murphy kurzfristig aus. Eigentlich sollte Murphy am letzten Wochenende die Headlinerin des Festivals sein. Die Veranstalter*innen erklärten, dass sie ein Event veranstalten wollten, "bei dem sich jede Person sicher und willkommen fühlen kann". Das sei mit Murphy nicht möglich. (dk)















