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Kinostart

Die Entführung einer vermeintlichen Außerirdischen

Was als groteske Tat beginnt, entwickelt sich in "Bugonia" zu einer bizarren Mischung aus Entführungsthriller, Science-Fiction und schwarzer Komödie.


Yorgos Lanthimos greift in "Bugonia" erneut Themen auf, die sich zwischen Macht, Moral und gesellschaftlicher Absurdität bewegen (Bild: Universal Pictures)
  • 31. Oktober 2025, 08:37h 2 Min.

Zwei junge Männer, besessen von Verschwörungstheorien, entführen die Geschäftsführerin eines mächtigen Unternehmens – in der Überzeugung, sie sei eine Außerirdische, die den Untergang der Erde plant. Was als groteske Tat beginnt, entwickelt sich in "Bugonia" zu einer bizarren Mischung aus Entführungsthriller, Science-Fiction und schwarzer Komödie.

Der Film, der gestern in den deutschen Kinos startete, markiert Yorgos Lanthimos' Rückkehr zu einer radikaleren, surrealen Erzählweise. Nach seinem mit vier Oscars ausgezeichneten Werk "Poor Things" greift der griechische Regisseur erneut Themen auf, die sich zwischen Macht, Moral und gesellschaftlicher Absurdität bewegen. Wie schon in "The Lobster" und "The Killing of a Sacred Deer" verbindet Lanthimos kalten Humor mit existenzieller Verstörung – diesmal in einem Setting, das zugleich futuristisch und erschreckend gegenwärtig wirkt.

Bitterböse Satire über Misstrauen, Manipulation und die Sehnsucht


"Bugonia" läuft seit 30. Oktober 2025 bundesweit in den Kinos

In den Hauptrollen sind Emma Stone, die bereits zum fünften Mal mit Lanthimos zusammenarbeitet, sowie Jesse Plemons zu sehen. Ergänzt wird das Ensemble durch Alicia Silverstone, Comedian Stavros Halkias und Newcomer Aidan Delbis. Stone spielt dabei erneut eine Figur, die zwischen Opfer und Kontrollinstanz changiert – ein wiederkehrendes Motiv in Lanthimos' filmischer Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und Identität.

Das Drehbuch stammt von Will Tracy, der durch seine Arbeit an "Succession" und "Last Week Tonight" für seinen satirischen Blick auf gesellschaftliche Machtstrukturen bekannt wurde. Seine Handschrift verleiht "Bugonia" eine zusätzliche Schärfe – eine Verbindung von Humor, Schrecken und sozialer Beobachtung.

Produziert wurde der Film von Lanthimos und Emma Stone gemeinsam mit den langjährigen Partnern Ed Guiney und Andrew Lowe ("Normal People") sowie Ari Aster ("Midsommar"), Lars Knudsen, Miky Lee und Jerry Kyoungboum Ko.

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Wie schon in früheren Werken verhandelt Lanthimos auch in "Bugonia" Themen, die in queeren Lesarten Resonanz finden: Identität als Konstruktion, Körper als politische Projektionsfläche und das Spiel mit gesellschaftlichen Rollenbildern. Seine Figuren agieren jenseits klarer moralischer oder emotionaler Zuordnungen – oft fremd, manchmal beunruhigend, aber immer zutiefst menschlich. Gerade diese Ambivalenz macht Lanthimos' Filme für ein queeres Publikum interessant: Sie stellen Normen infrage, ohne einfache Antworten zu geben, und verwandeln gesellschaftliche Kontrolle in ästhetische Provokation.

"Bugonia" zeigt einmal mehr, wie Lanthimos mit grotesken Szenarien und moralischer Überzeichnung die Grenzen des Realismus sprengt. Hinter der Sci-Fi-Fassade verbirgt sich eine bitterböse Satire über Misstrauen, Manipulation und die Sehnsucht nach einfachen Erklärungen in einer komplexen Welt. (dd/pm)

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