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- 11. September 2006 3 Min.
Sie wollen erst heiraten, wenn die USA allen Menschen die Ehe erlaubt: "Brangelina" alias Brad Pitt und Angelina Jolie.
Von Jan Gebauer
Seit zwei Jahren füllen sie wie kein anderes Paar, von Tom Cruise und Katie Holmes einmal abgesehen, die Schlagzeilen der Klatschmagazine: Brad Pitt und Angelina Jolie – neckisch auch "Brangelina" genannt. Seitdem sie offen zu ihrer Beziehung stehen und Kinder adoptiert haben, ist die beliebteste Frage in Interviews, ob denn bald die Hochzeit folgen wird. Pitt und Jolie haben diese Frage nun unmissverständlich beantwortet. Gegenüber dem Männermagazin "Esquire" sagte Pitt: "Für Angie und mich kommt eine Heirat erst in Frage, wenn auch für alle anderen Menschen in diesem Land, die gerne heiraten möchten, dies legal möglich ist." Pitt spielte damit offensichtlich auf das in Amerika gerne tabuisierte Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe an.
Pitt und Jolie folgen Charlize Theron
Pitt und Jolie folgen damit dem guten Beispiel der südafrikanischen Schauspielerin Charlize Theron (Oscar für "Monster"), die 2005 verlautbarte, dass sie erst heiraten wolle, wenn die Homo-Ehe in den USA für legal erklärt wird. "Unsere Berühmtheit würden wir gerne in einer positiven Art und Weise nutzen - also werden wir heiraten, wenn das entsprechende Gesetz verabschiedet worden ist", sagte Theron auch im Namen ihres Freundes und Kollegen Stuart Townsend ("Königin der Verdammten").
Homo-Ehe in den USA – ein Zukunftstraum?
Die Heirat von Pitt und Jolie könnte weit in die Zukunft rücken: Eine Homo-Ehe gibt es in den USA derzeit nur in Massachusetts, die Bundesregierung der Vereinigten Staaten erkennt diese aber nicht an. Heißt: Heiratet man einen Ausländer, darf dieser nicht in den USA bleiben, erhält also keine Aufenthaltsgenehmigung. Auch steuerlich gibt es keine Vergünstigungen. Eingetragene Partnerschaften sind in Vermont, Kalifornien, Connecticut, New Jersey, Maine und der Stadt Washington möglich. Auch hier stellt sich die Bundesregierung bislang quer. Einige Staaten haben bereits gleichgeschlechtliche Ehen verboten darunter Texas, Georgia und South Carolina.
Mit Gesetzen gegen Analverkehr
Bis vor wenigen Jahren waren in vielen amerikanischen Bundesstaaten homosexuelle Handlungen bzw. sexuelle Praktiken, die unter Schwulen besonders verbreitet sind (z. B. Analverkehr), unter zum Teil hohe Freiheitsstrafen und Geldbußen gestellt. Der erste Staat, der seine "Sodomy Laws" (sinngemäß: Unzuchtsgesetze) aufhob, war Illinois (1962). In den 70er Jahren folgten 25 weitere Staaten, danach geriet die Liberalisierung wieder ins Stocken. Am längsten bestanden Unzuchtgesetze in Kansas, Louisiana, Mississippi, North Carolina, Oklahoma, South Carolina, Texas, Utah und Virginia. Durch eine Entscheidung des US Supreme Courts wurden im Jahre 2003 auch diese Gesetze außer Kraft gesetzt.
Zwei der erfolgreichsten Schauspieler auf dem amerikanischen Markt setzen mit ihrem Statement ein kleines, aber durchaus beachtliches Zeichen für die Anerkennung der Homo-Ehe. Das ist uns einen Homo-Orden wert.
11. September 2006














