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TV-Tipp
Der schwule Spielbergle wird 70
Filmemacher Roland Emmerich feiert am 10. November seinen 70. Geburtstag. Das Erste schenkt dem queeren "Master of Desaster" dazu die einstündige Biografie "Meister der Apocalypse", die bereits jetzt in der Mediathek verfügbar ist.

Roland Emmerich in seiner Londoner Wohnung: Der Dokumentarfilm "Meister der Apokalypse" ist am Montag, den 10. November 2025 um 23:35 Uhr im Ersten zu sehen. In der ARD-Mediathek kann er bereits gestreamt werden (Bild: SWR / Benjamin Frank)
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5. November 2025, 05:32h 3 Min.
"Ich habe das immer verheimlicht. Ich hatte Angst. Und ich wollte kein schwuler Filmemacher sein. Bei Science-Fiction-Filmen gehört das Wort schwul nicht hin", blickt Roland Emmerich darauf zurück, dass er seine sexuelle Identität lange Zeit nicht öffentlich machte. "Es war die Aids-Zeit, ich hatte panische Angst, dass ich sterbe. Deswegen hatte ich sehr wenig Sex", erzählt er weiter.
Geändert hat der Schwabe seine Haltung erst, als er für die Karriere in die USA zog. "Als ich nach Amerika kam, war das Outing völlig klar. Ich wollte diese Lüge nicht länger haben", sagt er. So ganz funktioniert hat seine Befreiungsschlag nicht, zumindest bei seinen Eltern. "Mutter Hilde war konservativ. Darüber hat man einfach nicht geredet." Auch nicht, als sie den Sohn einmal im Haus in Mexiko besuchte und er mit seinem Partner abends gemeinsam im Schlafzimmer verschwand.
Zu Besuch bei Emmerich in London, L.A. und Sindelfingen
Freundlich, jovial und amüsant plaudert Emmerich vor der SWR-Kamera über sein Leben und seine Karriere. Und er lässt Doku-Filmer Joachim Müller bereitwillig in seine Wohnungen blicken. Den Auftakt macht London. "Hier laufe ich viel", berichtet er über seinen britischen Wohnsitz. Das Haus in einer schicken Gegend ist mit Mao-Statuen, Lenin-Figuren, einem Zebra und großen Holz-Penissen eigenwillig eingerichtet. Im rosa-roten T-Shirt erzählt der Hausherr vom Gehirntumor, der vor vielen Jahre zufällig entdeckt wurde, erfolgreich behandelt werden konnte und die Sicht auf die Dinge gravierend veränderte.
Szenenwechsel Los Angeles. Auch dort präsentiert die Homestory wieder eine Lenin-Büste. Und Mao-Figuren zuhauf. Seine kleine Sammel-Leidenschaft, wie Emmerich bekennt. Seine große Leidenschaft, seinen Mann, habe er in einem schwulen Club kennen gelernt. "Dann sind wir zu mir gegangen und im Pool geschwommen." Offiziell erwähnen wird er Omar de Soto achteinhalb Jahre später bei der Verleihung des Carl-Laemmle-Produzentenpreises im schwäbischen Laupheim. Dank des 33 Jahre jüngeren Gatten, der gleichfalls Filme macht, sei er nicht mehr so ungeduldig wie früher, lautet die Ehe-Botschaft.
Anekdoten aus dem Showbiz
Szenenwechsel Sindelfingen. Hier geht die Homestory nur durch die Fenster der verkauften elterlichen Villa. Der Bruder erzählt von viel Radau und reichlich Rauchen in der Kindheit. Bei vier Geschwistern sei das eben so, lachen beide rückblickend. Lang gedauert habe der Zank sowieso nie. Mit Schwester Ute verbindet den Filmemacher bis heute ein inniges Verhältnis. Sie ist seine Produzentin und hält die Fäden zusammen. Im Unterschied zu ihm beherrsche sie auch die Vokabel "Nein" ganz gut.
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Die Standard-Lobhudeleien seiner ehemaligen Schauspieler? Sind längst nicht so amüsant wie Anekdoten aus dem Showbiz. Etwa vom "Butt Shot" mit Jean Claude Van Damme, "der besorgt war, dass die Schärfe stimmt", lacht Emmerich. Oder von jenem beleidigten Großmaul-Produzenten, der ihm drohte, er würde nie wieder einen Job in Hollywood bekommen. Hat er aber.
Und Roland Emmerich wurde einer der erfolgreichsten Popcorn-Regisseure überhaupt. Mehr als drei Milliarden Dollar spielten seine Filme weltweit ein. Sein Herzensprojekt "Stonewall" geriet jedoch zum argen Flop. Nun bringt Emmerich Queerness eben dort unter, wo er sich auskennt. Mit einer schwulen Figur in "Independence Day 2". Oder reichlich schwulen Referenzen in der pompösen Monumental-Serie "Those About to Die".
Der Dokumentarfilm "Meister der Apokalypse – Roland Emmerich" ist am Montag, den 10. November 2025 um 23:35 Uhr im Ersten zu sehen. In der ARD-Mediathek kann er bereits gestreamt werden.
Links zum Thema:
» "Meister der Apokalypse – Roland Emmerich" in der ARD-Mediathek
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