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22 Jahre nach der Tat
Mord aus Schwulenhass: Cold-Case-Fall vor Landgericht Paderborn
Vor 22 Jahren war ein schwuler Kellner im westfälischen Bad Driburg ermordet worden. Nach einer neuen DNA-Untersuchung konnte die Polizei im Frühjahr schließlich einen Verdächtigen festnehmen. Nun startet der Prozess gegen den Mann.

Das Landgericht Paderborn verhandelt den Fall des Mordes an Tino Werner (Bild: René Mentschke / flickr / Polizei Bielefeld)
- 5. November 2025, 12:50h 2 Min.
Das Landgericht Paderborn verhandelt in einem Cold-Case-Fall seit Mittwoch über einen 22 Jahre zurückliegenden mutmaßlichen Mord. Ein inzwischen 57 Jahre alter Mann soll im Herbst 2003 in Bad Driburg aus Hass auf Homosexuelle und akuter Geldnot seinen damals 29 Jahre alten schwulen Nachbarn Tino Werner getötet haben. Dabei soll er dem Kellner auch dessen Portemonnaie mit etwa hundert bis 150 Euro Bargeld gestohlen haben.
Der Tatverdächtige war im Mai an seinem Arbeitsplatz im Bergischen Land festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft (queer.de berichtete). Die Polizei in Bielefeld war dem mutmaßlichen Täter schließlich durch DNA-Untersuchungen auf die Spur gekommen. Den Ermittler*innen gelang es mit den neuesten wissenschaftlichen Standards, eine neue am Leichnam entdeckte DNA-Spur zu identifizieren.
Im Rahmen einer neuen DNA-Reihenanalyse war mehr als 120 Menschen, die Kontakt mit dem späteren Opfer hatten, Speichel entnommen worden. Schon unter den ersten zehn entnommenen Proben war das DNA-Profil gefunden worden, das auch an der Leiche festgestellt worden war.
Tatverdächtige täuschte Verreisen des Getöteten vor
Der Tatverdächtige soll in die Kellerwohnung seines Opfers eingedrungen und dieses niedergeschlagen haben. Anschließend soll er ein Verreisen des Getöteten vorgetäuscht haben, um eine schnelle Entdeckung der Tat zu verhindern. In dem Fall sind Verhandlungstage bis Mitte Januar angesetzt.
Die Angehörigen von Tino Werner haben bis heute den Schock nicht überwunden: Werner Neffe Marcel Rehermann sagte kürzlich gegenüber Radio Hochstift: "Die Verstorbenen unserer Familie liegen hier alle in Dringenberg auf dem Friedhof. Und so macht man natürlich regelmäßig seine Rundgänge. Und natürlich kommt dann immer die Tat wieder hoch, wenn man an dem Grab steht, ganz klar." (AFP/dk)













