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- 7. November 2025, 05:42h 2 Min.
Der frühere Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat zu mehr Offenheit im Umgang mit Homosexualität im Profifußball aufgerufen und die Bedeutung von Coming-outs betont. "Grundsätzlich fände ich es schon super, wenn sich ein Spieler outen würde, vielleicht auch mehrere gleichzeitig", sagte der 43-Jährige in einem Interview für das neue Buch "Mutmacher-Menschen" (Amazon-Affiliate-Link ). Ein für Mai 2024 angekündigtes Gruppen-Coming-out homosexueller Profifußballer war ausgeblieben (queer.de berichtete)
Hitzlsperger, der sich 2014 nach dem Ende seiner aktiven Karriere als erster deutscher Profifußballer als schwul geoutet hatte, warnte zugleich vor einer zu starken Fokussierung auf aktive Spieler. "Klar wäre es ein Riesenschritt. Aber die Probleme sind deswegen nicht gelöst. Wir können gesellschaftlich auch etwas verbessern, ohne immer nur nach diesen Spielern zu suchen. Das ist eine Sensationslust, die der Sache nicht dienlich ist", sagte er. Mit seinem eigenen Handeln wolle er "für Verständnis sorgen" und "für Minderheiten und für Diversität werben".
In Gesprächen höre er häufig, dass das Thema überbetont werde, berichtete Hitzlsperger. "Manchmal sagen mir Heterosexuelle: 'Okay, du bist schwul, das ist kein Problem, aber müsst ihr da immer drüber reden?' Dann versuche ich zu erklären, dass viele Menschen mit ihrer Homosexualität hadern und kämpfen – weil sie glauben, dass sie gesellschaftlich nicht komplett akzeptiert sind. Dann verstecken sie sich und es geht ihnen schlecht", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi.
Ein öffentliches Coming-out könne helfen, mehr Akzeptanz zu schaffen. "Wenn ich mich aber öffentlich oute, dann erzeugt es Sichtbarkeit. Jeder, der sich öffentlich outet, trägt dazu bei, dass es normaler wird, weil es immer mehr Menschen gibt, die damit sichtbar sind", betonte Hitzlsperger.
Er hob zudem hervor: "Dadurch macht man klar: Es existiert – und es ist nichts dabei. Überhaupt muss eine Minderheit immer auf sich aufmerksam machen. Denn wenn man nicht öffentlich sichtbar ist, wird man noch leichter ausgegrenzt. Deshalb sind öffentliche Coming-outs so sinnvoll und so wichtig." (cw)















