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Serientipp
Erfrischend unbekümmert, out and proud!
Coming-out, erste Liebe und ersten Herzschmerz hat der junge angehende Fotograf Adam in der ersten Staffel der australischen Serie "Single, Out" bereits hinter sich gebracht. Jetzt ist die etwas ernstere zweite Staffel erschienen.

Adam (Will Hutchins) hat keinerlei Probleme, andere attraktive Männer ins Bett zu bekommen (Bild: Salzgeber)
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8. November 2025, 05:31h 4 Min.
Jung, athletisch-attraktiv, selbstbewusst, schlagfertig, talentiert, intelligent: All diese beneidenswerten Eigenschaften kommen bei Adam zusammen. Und ja, als Normalo, der bestenfalls ein oder zwei dieser Attribute auf sich vereint, könnte man vielleicht glauben, solche von der genetischen Lotterie begünstigen Menschen hätten keine Probleme. Aber da wird man von der australischen Serie "Single, Out" eines Besseren belehrt – wobei die sympathische, witzige Leichtigkeit der ersten Staffel in der zweiten durch mehr Drama ergänzt wird.
Klar, Adam (Will Hutchins) hat keinerlei Probleme, attraktive Boyfriends zu finden – kaum geht eine Kurzbeziehung zu Ende, taucht schon der nächste rasend gutaussehende Typ auf, der sich für ihn interessiert. Aber im Grunde trauert Adam immer noch seiner ersten großen Liebe Josh (Adam Mountain) nach, dem attraktiven, polyamourösen besten Freund seines älteren Bruders Clayton (Steven Christou), in den Adam sich in der ersten Staffel verguckt hatte. Zu seiner Überraschung hatte sich Josh sogar auf ihn eingelassen, servierte ihn jedoch später aus heiterem Himmel wieder ab und verlässt nun, zu Beginn der zweiten Staffel, Melbourne für seine Sportlerkarriere.
Immer wieder unfreiwillig Single

Alle beiden Staffeln von "Single, Out" gibt es im Salzgeber Club zu sehen
Erschwerend kommt hinzu, dass sein bester schwuler Freund Marco (Ryan Stewart), der ihm in der Coming-out-Phase immer wieder hilfreich auf die Sprünge geholfen hatte, wegen eines neuen Jobs in Sydney nicht mehr soviel Zeit für ihn hat. Und mit dem zweiten Boyfriend, dem leicht autistischen Gabe (Jake Hyde), läufts auch nicht mehr so rund. Zudem macht ihm sein Bruder Clayton Sorgen. Der ist hetero, verdient aber sein Geld damit, Schwulen halb-erotische Sportmassagen zu geben, die gelegentlich aus dem Ruder laufen, weil jemand gerne mehr hätte.
Immerhin läuft es an der neuen Kunstschule recht vielversprechend, und er bekommt gleich von mehreren Seiten Angebote, als freier Fotograf Erfahrungen zu sammeln und ein bisschen Geld zu verdienen – darunter ist das queere Kulturmagazin "Single, Out". Der gleichnamige Titel der Serie spielt aber vielleicht auch darauf an, dass Adam sich immer wieder als Single wiederfindet, meistens durchaus unfreiwillig.
Erfrischende Unbekümmertheit der Hauptfigur
Was "Single, Out" von anderen schwulen Coming-of-Age-Geschichten unterscheidet, ist die erfrischende Unbekümmertheit der Hauptfigur. Schon in der allerersten Folge ist klar: Adam fühlt sich wohl in seiner Haut, hat bereits einen schwulen besten Freund und nimmt die erst-beste Gelegenheit für Sex wahr, die sich ihm unverhofft bietet. Da ist kein langes Händeringen oder Herumdiskutieren, bis es endlich zum scheuen ersten Kuss kommt. Adam ist out and proud – und das zieht sich durch die ganze Serie.
Genau das war Lee Galea auch wichtig, dem schwulen Erfinder des queeren Überraschungs-Hits, der während des ersten Covid-Lockdowns 2020 und mit finanzieller Unterstützung von Freund*innen und einem Crowdfunding entstand. "Als wir 'Single, Out' drehten, gab es 'Heartstopper' noch nicht im TV, aber 'Love, Victor' schon. Allerdings fand ich, dass 'Love, Victor' zu lange gebraucht hat, um sich mit schwulem Sex und One-Night-Stands auseinanderzusetzen, wenn man das Alter der Figuren bedenkt", erklärte Galea in einem Interview. "Ich wollte, dass Adam sofort jemanden abschleppt, anstatt eine ganze Staffel lang nur auf einen Kuss zu warten. Ich wollte keine inneren Konflikte und keine Freundin nebenbei. Adam ist viel näher an echten jungen Schwulen: Wenn er die Gelegenheit hat, einen heißen Typen abzuschleppen, dann nutzt er sie! Und ich habe inzwischen Feedback bekommen, dass das viele wirklich erfrischend finden."
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Weitere Staffeln kommen
Vielleicht müsste man obiges Zitat noch ergänzen: Näher an echten jungen Schwulen, die so gut aussehen und so selbstbewusst sind wie Adam – im realen Leben ist das wohl eher eine Minderheit. So gesehen lädt die Serie durchaus auch dazu ein, darüber zu spekulieren, wie das eigene Leben wohl verlaufen wäre, hätte man in der genetischen Lotterie ein ähnlich großes Los gezogen. Mehr Sex mit mehr heißen Typen? Ohne Zweifel! Aber dass das nicht immer nur toll ist, erlebt auch Adam: Mal handelt er sich eine unangenehm juckende STD ein, mal muss er Verliebte schonend abwimmeln, die fest davon überzeugt sind, ohne ihn nicht leben zu können – ein vielfach unterschätztes Schicksal gutaussehender Menschen.
Wer jedenfalls wissen will, wie es im Leben von Adam und seinen Freunden weitergeht, kann sich freuen: In Australien war letzten Frühling bereits die dritte Staffel zu sehen, die vierte ist derzeit in Produktion. Man darf gespannt sein, ob die Serie damit wieder zum leichten Ton aus der ersten Staffel zurückfindet oder die neuen, ernsteren Töne beibehält. Und natürlich auch, wie lange das Glückskind Adam wohl noch Single bleibt.
Links zum Thema:
» "Single, Out" im Salzgeber Club
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
So, 01:55h, ZDFneo:
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