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Polyhochzeit

Segen für vier Männer – Berliner Kirche distanziert sich

Eine symbolische schwule Vierer-Vermählung sorgt weiter für Aufregung. Nun distanzierte sich auch die Landeskirche von "als Trauungen dargestellten Segenshandlungen, die mehr als zwei Personen durch Liebe verbinden sollen".


Das auf Instagram gepostete Foto der Zeremonie ist mittlerweile nicht mehr online (Bild: Instagram / metablabla)

  • 8. November 2025, 06:01h 2 Min.

Die evangelische Kirche in Berlin hat sich von einer symbolischen schwulen Polyhochzeit distanziert. Bei der Feier, die eine Pfarrerin im Juni in Kreuzberg durchgeführt hat, habe es sich nicht um eine kirchliche Trauung oder Hochzeit gehandelt, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) mit. Zuvor hatten sich vor allem rechte Medien über den Fall empört (queer.de berichtete).

Ihre Kirche traue nur Paare, "die standesamtlich verheiratet wurden", betonte Bischof Christian Stäblein. "Vorwürfe von Polygamie in diesem Kontext sind gegenstands- und haltlos." In Deutschland sind zwar Beziehungen zwischen mehrere Menschen möglich, aber keine standesamtlichen Eheschließungen.

Worum es bei dem Fall geht

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) hatte als erstes Medium von einer Zeremonie berichtet, bei der Pfarrerin Lena Müller im Sommer bei einem Pop-Up-Hochzeitsfestival vier Männer vor sich hatte. Die Männer hätten gerne einen Segen für ihre Beziehung haben wollen, hatte sie der "NOZ" gesagt.

"Man konnte sofort sehen, dass da ganz viel Liebe zwischen ihnen war", wurde die Pfarrerin zitiert. "Deshalb waren wir uns im Team schnell einig: Was sollte Gott dagegen haben, dass es nun eben vier sind und nicht zwei?"

Sie hätten die Hochzeit nicht ins Kirchenbuch eintragen können, weil dazu vorher eine standesamtliche Trauung hätte stattfinden müssen, was in dieser Konstellation nicht möglich sei, wurde die Pfarrerin zitiert. Aber sie sei überzeugt, dass sie vor Gott geheiratet hätten.

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Wie die Kirche reagiert

Die Kirche teilte nun in ihrer Stellungnahme mit, sie distanziere sich von "als Trauungen dargestellten Segenshandlungen, die mehr als zwei Personen durch Liebe verbinden sollen". Trauungen und Hochzeiten seien Formen, die zwei Menschen vor Gott segnen. Diese Segenshandlung, die durch Pfarrer*innen geleitet werde, stelle eine kirchenrechtlich wirksame, beurkundete Verbindung zweier Menschen dar.

"Evangelische Trauungen segnen die Ehe zweier liebender Menschen", teilte Pröpstin Christina-Maria Bammel mit. "Unsere Pfarrerinnen und Pfarrer stehen mit diesen Segenshandlungen auf der Grundlage von Schrift und Bekenntnis." (cw/dpa)

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