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Evangelische Kirche
Kirche beklagt Hetze gegen Pfarrerin nach symbolischer Polyhochzeit
Zunächst hatte sich die Evangelische Kirche in Berlin von einer schwulen Vierer-Vermählung distanziert. Doch gegen die anhaltende Hetze nimmt sie die verantwortliche Pfarrerin Lena Müller jetzt in Schutz.

Die Berliner Pfarrerin Lena Müller segnete im Sommer die Beziehung von vier Männern (Bild: KK Neukölln)
- 10. November 2025, 02:14h 2 Min.
Die evangelische Kirche in Berlin nimmt ihre Pfarrerin Lena Müller in Schutz, die wegen der Segnung einer Liebesbeziehung von vier Männern in die Schlagzeilen geraten war. Die Pfarrerin sei in den vergangenen Tagen in sozialen Netzwerken massiv angefeindet worden, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) in sozialen Medien mit.
"Wir sind entsetzt über den Hass, der ihr entgegenschlägt. Wir stehen an ihrer Seite und verurteilen diese Angriffe aufs Schärfste. Wir stehen an der Seite derer, die Anfeindungen erleben." Die Kirche hatte zu dem Fall betont, es habe sich nicht um eine Hochzeit gehandelt. Vor allem rechte Medien hatten sich über die Pfarrerin empört (queer.de berichtete).
Worum es bei dem Fall geht
Die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) hatte als erstes Medium über die Zeremonie berichtet, bei der Müller im Sommer bei einem Festival für Pop-up-Segenshochzeiten vier Männer vor sich hatte. Die Männer hätten gerne einen Segen für ihre Beziehung haben wollen, hatte sie der "NOZ" gesagt.
"Man konnte sofort sehen, dass da ganz viel Liebe zwischen ihnen war", wurde die Pfarrerin zitiert. "Deshalb waren wir uns im Team schnell einig: Was sollte Gott dagegen haben, dass es nun eben vier sind und nicht zwei?"

Das auf Instagram gepostete Foto der Zeremonie ist mittlerweile nicht mehr online (Bild: Instagram / metablabla)
Sie hätten die Hochzeit nicht ins Kirchenbuch eintragen können, weil dazu vorher eine standesamtliche Trauung hätte stattfinden müssen, sagte sie auch. In Deutschland sind Liebesbeziehungen zwischen mehreren Menschen möglich, aber keine standesamtlichen Eheschließungen.
Kirche betont Zweierbeziehung
Die Kirche hatte sich am Freitag öffentlich von der symbolischen Vermählung distanziert. Bei der Feier, die in Berlin-Kreuzberg stattgefunden habe, habe es sich nicht um eine kirchliche Trauung oder Hochzeit gehandelt, hieß es in einer Stellungnahme (queer.de berichtete).
"Die EKBO traut nur Paare, die standesamtlich verheiratet wurden. Vorwürfe von Polygamie in diesem Kontext sind gegenstands- und haltlos", erklärte Bischof Christian Stäblein. Pröpstin Christina-Maria Bammel betonte: "Evangelische Trauungen segnen die Ehe zweier liebender Menschen." (cw/dpa)














