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GLAAD-Bericht
Fast die Hälfte der queeren Figuren im US-Fernsehen werden abgesetzt
In den USA zeigt sich die politische Wende im Zuge der Trump-Präsidentschaft auch im Fernsehen: Queere Figuren haben es zunehmend schwer.

Der Disney-Konzern zog bei der schwulen Sitcom "Mid-Century Modern" nach zehn Folgen den Stecker (Bild: Disney+)
- 10. November 2025, 12:56h 2 Min.
Zum 20. Mal hat die amerikanische LGBTI-Organisation GLAAD ihren jährlichen Bericht "Where We Are On TV" veröffentlicht, in dem die Sichtbarkeit queerer Figuren im Fernsehen gemessen wird. Zwar nahm – nach einem drastischen Rückgang vor einem Jahr – der Anteil queerer Figuren in fiktionalen Serien der großen Fernsehsender wieder leicht zu, allerdings zeigte sich nach Ende der Auswertungsperiode (1. Juni 2024 bis 31. Mai 2025) eine wahre Absetzungsorgie von Netflix und Co.: "Über 200 queere Figuren (41 Prozent), die dieses Jahr gezählt worden sind, werden nicht zurückkehren", erklärte GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis in dem Bericht. Dabei handelt es zwar sich nicht nur um Absetzungen, sondern auch um Serien, die geplant zu Ende gingen oder um Miniserien. Allerdings sei die Zahl viel höher als in den Vorjahren.
Zudem sei ein Fünftel der queeren Figuren in Serien zu finden, die bislang zwar nicht abgesetzt worden seien, aber auch noch nicht verlängert wurden. Nur 39 Prozent der queeren Figuren wird das TV-Publikum mit Sicherheit wiedersehen.
Trans Figuren besonders betroffen
Insbesondere trans Figuren würden abgesetzt. Als Beispiele nannte Ellis die Amazon-Serie "Clean Slate" und die Netflix-Serie "Kaos". Ganze vier trans Figuren seien über alle Sender und Streaming-Plattformen in nicht abgesetzten Serien erhalten geblieben.
In dem Report wird die "hasserfüllte Rhetorik von Politikern und aus den Medien" beklagt, die derzeit queeren Menschen in den USA entgegenschlage. Dieser "gesellschaftliche Wandel" schlage sich auch im Fernsehen nieder. Queere Figuren in Fernsehserien seien jedoch "notwendig für eine authentische Repräsentation" der LGBTI-Community.
Insgesamt gebe es in der aktuellen TV-Saison 489 queere Figuren über alle Plattformen. 2022 waren es noch 637. Bei den großen Fernsehsendern betrage der Anteil queerer Figuren 9,3 Prozent. Das bedeutet gegenüber letztem Jahr zwar einen leichten Anstieg um 0,7 Prozentpunkte, gegenüber 2022 aber einem Rückgang um 2,6 Prozentpunkte. (dk)
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