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Kniefall vor Trump?

IOC will trans Frauen komplett ausschließen

Bei den Olympischen Spielen 2028 wird es laut Medienberichten wohl ein Teilnahmeverbot für trans Frauen geben.


Donald Trump (re.) übte zuletzt Druck auf das IOC aus, trans Frauen aus den Olympischen Spielen auszuschließen – auf dem Bild ist der US-Präsident mit Casey Wasserman, dem Organisator der Sommerspiele 2028, zu sehen, der seinem Staatschef im August drei olympische Medaillen schenkte (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
  • 11. November 2025, 13:14h 2 Min.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will offenbar trans Athletinnen die Teilnahme an Frauenwettbewerben grundsätzlich untersagen. Wie die britische Zeitung "The Times" berichtet, soll das Verbot Anfang nächsten Jahres offiziell bekanntgegeben werden.

Die im Juni neu gewählte IOC-Vorsitzende Kirsty Coventry aus Simbabwe hatte bereits mehrfach ein Sportverbot für trans Frauen gefordert. Anfang des Jahres hatte sie etwa gesagt: "Ich will sicherstellen, dass die Frauenkategorie geschützt ist. Ich denke nicht, dass trans Athletinnen in den Olympischen Spielen bei Wettkämpfen mitmachen dürfen."

Letzte Woche habe die IOC-Gesundheitschefin Jane Thornton laut der "Times" in Lausanne einen Bericht vorgelegt, wonach trans Athletinnen immer einen Vorteil gegenüber cisgeschlechtlichen Athletinnen hätten. Allerdings sind nur wenige Details über den Bericht bekannt, da dieser nur hinter verschlossenen Türen vorgestellt worden war.

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Verbot wissenschaftlich oder politisch begründet?

Bisherige Studien gingen eher davon aus, dass trans Frauen nicht automatisch Vorteile hätten – so etwa eine IOC-Studie aus dem vergangenen Jahr (queer.de berichtete). Laut der Untersuchung gebe es zwar Unterschiede zwischen trans und cis Frauen, die sich jedoch auch ausgleichen würden. So hätten trans Frauen eine höhere Griffkraft als cis Frauen, aber die Forschenden attestierten ihnen auch eine geringere Sprungkraft, Lungenfunktion und weniger Fitness wegen eines schwächeren Herz-Kreislauf-Systems. Allerdings gibt es bislang nur wenige Studien zu dem Thema mit begrenzter Aussagekraft.

Ohnehin vermuten LGBTI-Organisationen, dass das Verbot eher politisch motiviert als wissenschaftlich belegt ist. Hintergrund ist, dass die Olympischen Spiele 2028 in der amerikanischen Metropole Los Angeles stattfinden werden und US-Präsident Donald Trump in Reden bereits gedroht hat, trans Athlet*innen schlicht die Einreise in die USA zu verweigern. Trump hatte auch weitere Dekrete gegen trans Menschen erlassen, so werden sie wegen ihrer Geschlechtsidentität etwa nicht mehr im US-Militär geduldet (queer.de berichtete).

Bereits bei den letzten Olympischen Spielen in Paris herrschte ein weitgehendes Teilnahmeverbot für trans Frauen: So wurde etwa in vielen Sportarten verlangt, dass trans Frauen nur im Frauensport antreten dürfen, wenn sie ihre Geschlechtsanpassung vor ihrem zwölften Lebensjahr vollzogen haben – in vielen Ländern ist dieser Eingriff allerdings in diesem Alter untersagt. (dk)

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