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"Zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdung"

AfD fordert Rücktritt von Pfarrerin nach Polyhochzeit

Angebliche "Queerextremisten" dürften nach Ansicht der AfD nicht mehr Pfarrerinnen oder Pfarrer in Deutschland sein.


Martin Reichardt fordert die evangelische Kirche auf, eine "woke" Pfarrerin zu feuern (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)
  • 11. November 2025, 14:46h 2 Min.

Die AfD-Bundestagsfraktion würde gerne "Queerextremisten" aus dem Kirchendienst entfernen, angeblich zum Schutz von Kindern: Die rechtsextreme Fraktion forderte in einer Pressemitteilung die Absetzung der Berliner Pfarrerin Lena Müller, weil sie anlässlich von "Pop-up-Segenshochzeiten" zur Pride-Saison vier Männer in einer Polybeziehung gesegnet hatte (queer.de berichtete).

"Die AfD-Fraktion hat sich immer gegen Regenbogenpropaganda im Bereich der Kinder- und Jugenderziehung ausgesprochen", erklärte dazu Martin Reichardt, der familienpolitische Fraktionssprecher. "Wir fordern die Kirchenleitung [...] zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdung auf, Frau Müller umgehend von ihren Aufgaben als Landespfarrerin für Kinder, Jugendliche und Konfirmanden zu entbinden. Die Kinder- und Jugendarbeit einer mit staatlichen Mitteln geförderten Kirche darf auf keinen Fall länger Spielwiese für in Talar gehüllte Queer- und Linksextremisten bleiben." Reichardt bezeichnete Pfarrerin Müller als "hochideologisierte Frau, die ihr geistliches Amt für woke Propaganda missbraucht".

Bischof Christian Stäblein hatte bereits klargestellt, dass es sich bei der Poly-Segnung nicht um eine offizielle Trauung gehandelt habe (queer.de berichtete). Gleichzeitig nahm die Berliner Kirche ihre Pfarrerin nach massiven Anfeindungen von Rechtsaußen in Schutz: "Wir sind entsetzt über den Hass, der ihr entgegenschlägt", teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) auf Social Media mit (queer.de berichtete).

Retourkutsche gegen AfD-kritischen Bischof?

Die AfD-Pressemitteilung dürfte auch eine Retourkutsche für Bischof Stäblein sein, weil dieser wiederholt vor der rechtsextremen Partei gewarnt hatte. So sagte er letztes Jahr nach den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen, es bereite ihm große Sorgen, "wie viel Zustimmung eine Partei erhält, die offen die Demokratie aushöhlen und unterlaufen will". Reichardt erklärte auch in der Pressemitteilung, Stäblein habe "meine Parteifreunde und mich in der Vergangenheit als Demokratiefeinde" verleumdet.

Bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) übte die Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs am Sonntag ebenfalls Kritik an der AfD: "Wir sehen uns einer Partei gegenüber, die die Würde bestimmter menschlicher Gruppen längst schon für antastbar erklärt und sich damit außerhalb der Grundlagen unseres Grundgesetzes stellt, insbesondere seines ersten Artikels", sagte Fehrs bei ihrer Rede (queer.de berichtete). Die Kirche werde daher einen klaren Abgrenzungskurs zur AfD beibehalten. (dk)

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