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Größte deutsche Umfrage über Diskriminierung gestartet

Wer Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht hat, kann sich an einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes beteiligen. Damit will die Behörde herausfinden, wie virulent das Problem in Deutschland ist.


Ferda Ataman ist seit 2022 Chefin der Anti­diskriminierungs­stelle des Bundes (Bild: republica GmbH / flickr)

Unter dem Motto "Deine Erfahrung zählt" hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am Mittwoch zur Teilnahme an Deutschlands größter Umfrage zu Diskriminierung aufgerufen. Ab sofort bis zum 28. Februar 2026 können alle Menschen ab 14 Jahren anonym Erfahrungen mit Benachteiligungen teilen – online oder auf Papier. Neben Deutsch stehen acht weitere Sprachen ebenso wie einfache Sprache zur Verfügung.

Die Umfrage soll umfassende Daten und Fakten dazu liefern, wo Menschen in Deutschland Diskriminierung erleben, wie sie damit umgehen, welche Unterstützungsangebote sie nutzen und/oder benötigen, und welche Folgen Diskriminierung für ihr Leben hat – ob beim Zugang zu Arbeit, Bildung, Wohnen, im Gesundheitswesen oder im Alltag.

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"Jeder Fall von Diskriminierung ist einer zu viel"

"Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Menschen immer unverblümter Rassismus, Antisemitismus, Frauenhass und anderen Abwertungen ausgesetzt sind, ist es wichtig, Betroffene sprechen zu lassen. Jeder Fall von Diskriminierung ist einer zu viel", erklärte die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, zum Auftakt der Befragung. "Mit der Umfrage wollen wir mehr Erkenntnisse darüber gewinnen, wie häufig und in welcher Form Menschen in Deutschland Diskriminierung erleben." Unterstützung bekommt die 2006 im Rahmen des neu eingeführten Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes eingerichtete Antidiskriminierungsstelle bei ihrem Aufruf zur Teilnahme von zahlreichen Prominenten – darunter Kabarettistin Maren Kroymann, Ökonom Marcel Fratzscher und Publizistin Marina Weisband.


Mit solchen Flyern macht die Antidiskriminierungsbehörde auf die Umfrage aufmerksam (Bild: Antidiskriminierungsstelle des Bundes)


Die Umfrage soll Herzstück einer größeren Studie werden. Zusätzlich untersucht eine repräsentative Befragung, wie viele Menschen von Diskriminierung betroffen sind und was sie über den Schutz wissen. Wie wichtig die Umfrage ist, zeigen die Beratungsanfragen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Im vergangenen Jahr wandten sich mehr als 11.400 Menschen wegen Erfahrungen mit Diskriminierung an die Behörde – mehr als je zuvor (queer.de berichtete).

Die Ergebnisse der Befragung werden voraussichtlich im Frühsommer 2027 veröffentlicht. (cw)

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