https://queer.de/?55787
Studie
Hetero-Männer belastet Fremdgehen mehr als emotionale Untreue – bei Schwulen ist es andersrum
Laut einer neuen Studie sind Schwule und bisexuelle Männer anders eifersüchtig als heterosexuelle Männer. Die Ergebnisse der Bisexuellen bereiten den Forschern Kopfzerbrechen.

"Warum schaust du immer dem Flittchen Boris hinterher?" – "Aber du redest doch immer nur mit der Matratze Rudolf, was soll das??" (Bild: ChatGPT)
- 12. November 2025, 16:22h 2 Min.
Heterosexuelle Männer sind hauptsächlich eifersüchtig, wenn es um sexuelle Untreue geht. Schwule und bisexuelle Männer leiden dagegen besonders daran, wenn ihr Partner oder ihre Partnerin emotional untreu ist, also sich beispielsweise in eine andere Person verguckt. Das ist das Ergebnis einer norwegisch-amerikanischen Studie, die kürzlich im sexualwissenschaftlich-psychologischen Fachmagazin "Archives of Sexual Behavior" veröffentlicht worden ist.
Bei Frauen gibt es diese Unterschiede nach sexueller Orientierung nicht: Sie sind demnach vor allem bei emotionaler Untreue gestresst, egal ob sie Lesben, Bisexuelle oder Heteras sind. Sie verhalten sich damit also genauso wie schwule und bisexuelle Männer.
Die Forschenden hatten insgesamt rund 4.500 Menschen zwischen 16 und 80 Jahren in Norwegen für ihre Studie befragt. Sie rekrutierten die Teilnehmenden unter anderem bei Facebook, aber auch bei der queeren Website gaysir.no.
Die drei Autoren – die Psychologen Leif Edward Ottesen Kennair und Mons Bendixen von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität in Trondheim sowie David P. Schmitt von der Kansas-State-Universität – führen die Unterschiede zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen auf die Möglichkeit des Kinderkriegens zurück. So hätten Hetero-Männer Angst, dass sie ihre Partnerin verlassen könne, wenn sie von einem anderen Mann schwanger wird. Bei Schwulen besteht dieses Problem freilich nicht.
Bisexuelle Männer sind ein "großes Rätsel"
Als "großes Rätsel" bezeichnen die Wissenschaftler die Ergebnisse von bisexuellen Männern. "Bisexuelle Männer mit Partnerinnen verhalten sich anders als heterosexuelle Männer mit Partnerinnen", erklärte Professor Mondixen. "Diese bisexuellen Männer sind auch eher eifersüchtig auf emotionale Untreue als auf sexuelle Untreue." Damit widerspreche dieses Ergebnis der Kinderkriegen-Theorie.
"Wir wissen immer noch nicht, warum das so ist", sagte Professor Kennair. Es könne daran liegen, dass die Reaktion einfach bei traditionell heterosexuellen Männern stärker sei, die Reaktion von bisexuellen Männern wegen ihren Erfahrungen aber "femininisiert" worden sei. In dieser Frage sei noch mehr Forschung notwendig. (cw)














