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New Yorker Modenschau
"I Wool Survive": Grindr organisiert Modenschau mit Wolle schwuler Schafböcke
Heiße Männer tragen Wolle schwuler Schafe: Eine Fashionshow in New York will nicht nur innovative Mode zeigen, sondern auch für die Akzeptanz queerer Menschen werben.

Die Outfits wurden von Michael Schmidt entworfen (Bild: Grindr)
- 18. November 2025, 12:35h 2 Min.
Das war selbst für New York eine außergewöhnliche Modenschau: Am vergangenen Donnerstag besuchten Fashion-Fans im Altman Building im Stadtteil Chelsea die Show "I Wool Survive", eine Kollaboration zwischen dem schwulen US-Designer Michael Schmidt und Rainbow Wool, einem ostwestfälischen Projekt, bei dem schwule Schafböcke vor dem frühen Tod gerettet werden – und das die in der Show verwendete Wolle zur Verfügung stellte (queer.de berichtete).
Schmidt, der sonst Ikonen wie Lady Gaga, Cher, Beyoncé, Rihanna, Madonna oder Kylie Minogue einkleidet, entwickelte 36 Looks, die ausschließlich mit der schwulen Wolle aus dem fernen Deutschland erstellt worden waren. Organisiert wurde die Modenschau von Grindr, der größten queeren Dating-App der Welt.
Die Kollektion interpretiert bekannte queere Archetypen neu, also Ledermänner, Feuerwehrmänner, Matrosen oder Ritter. Diese hyper-maskulinen Motive werden mit weicher, gestrickter Wolle und teilweise mit Regenbogen-Garnen dargestellt. Einige Highlights sind ein Strick-Hospitalskleid ("Playing-Doctor"-Fantasie), Overalls im Farmers-Look oder Harnesse, die eigentlich aus Leder-Ästhetik stammen, aber hier gestrickt sind.
Die Show war nicht nur ein Catwalk, sondern auch eine politische Performance: So war das Ziel, queere Identität darzustellen – mit einem sehr persönlichen, fast spielerischen Ansatz. Schmidt sagte, dass das Projekt zeigen soll, dass Homosexualität nicht nur eine menschliche Angelegenheit sei, sondern auch in der Tierwelt existiere. Damit wolle man "die falsche und schädliche Vorstellung widerlegen, dass Homosexualität eine Wahl sei".
Die "Rainbow Wool" stammt komplett vom Hof des Schäfers Michael Stücke aus Löhne. Hintergrund ist, dass schwule Schafböcke in der industriellen Zucht keinen "Wert" haben und in der Regel schnell getötet werden. Stücke rettet diese Schafe vor der Schlachtung und macht sie zu einem Teil seiner Herde. Die Schafe danken es ihm mit Wolle.
Dank prominenter Unterstützung von Bill Kaulitz wurde die "Rainbow Wool" schnell bekannt. Die Tokio-Hotel-Ikone adoptierte zwei Schafe als Teil einer Werbeaktion. Mit der Modenschau in der Fashion-Hauptstadt New York sind die schwulen Schafe nun auch in der großen weiten queeren Welt angekommen. (dk)
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