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Mecklenburg-Vorpommern

Deutsche Bahn: Mit Regenbogen gegen den AfD-Bahnhof

Die AfD hisst auf einem Kleinstadtbahnhof die Parteiflagge und brüstet sich damit, die Stadt "erobert" zu haben. Jetzt reagiert die Deutsche Bahn – mit einem Regenbogenschild.


Der Bahnhof der – laut Reisenden – "Nazistadt" Bützow (Bild: IMAGO / BildFunkMV)

Die Deutsche Bahn setzt ein Zeichen gegen die AfD: Auf dem Bahnhof der Kleinstadt Bützow in Mecklenburg-Vorpommern brachte das Unternehmen laut NDR über dem Ortsschild ein Schild mit der Aufschrift "Bunt sind wir stärker" und einer stilisierten Regenbogen­fahne an.

Hintergrund ist, dass am Bahnhofsgebäude seit Sommer Fahnen der rechtsextremen AfD angebracht sind. Da das Gebäude in Privatbesitz ist und eine politische Nutzung im Kaufvertrag nicht verboten ist, kann die Stadt nichts dagegen unternehmen. Der parteilose Bürgermeister Christian Grüschow ist aber nicht glücklich über den Vorgang: Er erklärte bereits im Sommer, er lehne diese "politische Vereinnahmung kategorisch ab". "Unser Bahnhof ist seit jeher Ankommens- und Willkommensort", so Grüschow weiter. Die Stadtverwaltung erreichten wöchentlich mehrere Mails von empörten Pendler*­innen, die unter anderem anfragen, ob Bützow jetzt eine "Nazistadt" sei.

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AfD: "Bützow ist erobert"

Für die AfD ist der Bahnhof ein PR-Coup: Der AfD-Landtagsabgeordnete Martin Schmidt veröffentlichte etwa im Juni in sozialen Medien ein Video, in dem er triumphierend schrieb: "Bützow ist erobert, die Flaggen wehen." Die Station in der knapp 8.000 Einwohner*innen zählenden Stadt, in der bei der diesjährigen Bundestagswahl rund 46 Prozent die rechtsextreme Partei gewählt hatten, bezeichnete Schmidt außerdem als "AfD-Bahnhof".


Posting des AfD-Abgeordneten Martin Schmidt (Bild: Facebook)

Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte gegenüber dem NDR, warum das neue Schild angebracht worden sei: "Weil wir ein weltoffenes, internationales und diverses Unternehmen und stolz auf unsere bunte Belegschaft sind, setzen wir bewusst auf Vielfalt. Wir sind Gastgeber für Menschen jedweder Herkunft, sexueller Orientierung und Religion, jedweden Geschlechts und Alters."

Der Bahnhof könnte bald noch mehr zum Zentrum der AfD werden: Der augenblickliche Besitzer hat laut einem "Spiegel"-Bericht vom Juli (Bezahlartikel) angeboten, das Gebäude an die AfD zu verkaufen – als neue Landeszentrale. Schon jetzt trifft sich der Stadtverband der rechtsextremen Partei im Bahnhof.

Der gegenwärtige Besitzer versucht eigenen Angaben zufolge bereits seit 2021, das Bahnhofsgebäude zu verkaufen. Zunächst habe er damals 1,45 Millionen Euro verlangt – inzwischen ist das Objekt für 650.000 Euro bei Immoscout verfügbar. (cw)

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