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Transgender Day of Remembrance

Trans Organisation beklagt "eine globale Krise der Menschenrechte"

Der Transgender Day of Remembrance erinnert seit mehr als 25 Jahren an Menschen, die durch transfeindliche Gewalt ihr Leben verloren haben. Dieses Jahr ist der Gedenktag wegen steigender Attacken auf trans Personen besonders wichtig.


Weltweit gibt es am 20. November Demos, Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen, die an ermordete trans Menschen erinnern (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)

  • 20. November 2025, 10:20h 3 Min.

Zum jährlich am 20. November stattfindenden Trangender Day of Remembrance (TDOR) appellieren queere Organisationen an die Politik, mehr gegen transfeindliche Gewalt zu tun. "Gewalt gegen trans*, nicht-binäre und gender-nonkonforme Personen ist kein gesellschaftliches Randphänomen, sondern Ausdruck einer globalen Krise der Menschenrechte", erklärte etwa Robin Ivy Osterkamp, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Trans*.

"Wir erleben weltweit und auch in Deutschland eine politische und gesellschaftliche Entwicklung, die trans* und queeres Leben zunehmend delegitimiert und angreifbar macht." Hier müsse "durch Schutz, Aufklärung und Solidarität" gegengesteuert werden, so Osterkamp. Der TDOR erinnert seit mehr als einem Vierteljahrhundert an trans und genderdiverse Menschen, die durch transfeindliche Gewalt ihr Leben verloren haben.

Transfeindliche Attacken von Trump, AfD und CDU

Die politischen Attacken gegen trans Menschen sind weltweit insbesondere nach dem Amtsantritt von Donald Trump in den USA im Januar gestiegen. Trump verbot trans Menschen etwa, im Militär zu dienen oder sich an Schul- oder Unisport zu beteiligen.

In Deutschland übernahm die AfD die transfeindliche Rhetorik – und bezeichnete etwa die Anerkennung geschlechtlicher Minderheiten als "Dekadenz" (queer.de berichtete). In Berlin wählte die AfD einen Mann auf ihre Landesliste, der offen die "Ausrottung" von trans Menschen fordert (queer.de berichtete). Auch aus der Union kommen inzwischen viele transfeindliche Töne – und die Forderung, trans Menschen das Recht auf Selbstbestimmung wieder zu entziehen (queer.de berichtete).

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In Deutschland finden mehrere Protestaktionen statt, etwa eine Kundgebung am Karlsruher Platz der Grundrechte (18:30 Uhr), am Mannheimer Marktplatz (17 Uhr) oder an der Stuttgarter Königstraße, Höhe Mittnachtbau (18 Uhr). In Göttingen ist ebenfalls ab 18 Uhr eine Gedenkveranstaltung am JuZi geplant, in Frankfurt am Main ab 18 Uhr am Römerberg und in Magdeburg ab 19 Uhr an der Magnus Hirschfeld Gedenktafel. In Hamburg gibt es bereits um 16 Uhr eine Kundgebung auf dem Heidi-Kabel-Platz. Laut Queerem Netzwerk NRW gibt es weitere Kungebungen in Wuppertal (18 Uhr, Otto-Böhne-Platz) und Paderborn (18.30 Uhr, Dom). Diese Auflistung wird nicht vollständig sein.

Auch andere Einrichtungen beteiligen sich an dem Gedenktag. Die Mannheimer Universität teilte etwa mit, dass sie sich "aktiv gegen Diskriminierung" stelle und Opfer transfeindlicher Gewalt unterstütze.

Anlässlich des Gedenktages veröffentlichte die queere Organisation TGEU auch dieses Jahr wieder ihren "Trans Murder Monitoring"-Bericht. Demnach seien zwischen dem 1. Oktober 2024 und dem 30. September 2025 weltweit 281 Morde an trans*, nicht-binären und gender-nonkonformen Personen registriert worden. Seit 2009 hat das Projekt insgesamt 5.322 Morde dokumentiert.

Zwar seien knapp ein Fünftel weniger Morde als im Vorjahr registriert worden. Allerdings könne das auch mit der "wachsenden Unsichtbarkeit dieser Morde in Medienberichten" zusammenhängen. So habe das Interesse der Medien an Transphobie in den letzten Jahren dramatisch nachgelassen.

Mehr Gewalt gegen trans Aktivist*innen

Ein Trend sei aber sichtbar: Der Anteil an ermordeten Aktivist*innen sei immer mehr gestiegen – von sechs Prozent im Jahr 2023 auf 14 Prozent in diesem Jahr. Wie in den Vorjahren waren rund 90 Prozent der Opfer Frauen und/oder nichtweiße trans Menschen.

Anlass für den Transgender Day of Remembrance ist der Mord an der afromerikanischen trans Frau Rita Hester im Jahr 1998, der bis heute nicht aufgeklärt wurde. Anders als beim Mord an dem jungen Schwulen Matthew Shepard, der sich nur sechs Wochen vorher ereignet hatte, gab es fast keine Berichterstattung über Hester.

Trans Aktivist*innen waren damals außer sich, dass die Öffentlichkeit offenbar wenig Interesse am Tod einer trans Frau zeigte, die noch dazu schwarz ist. Sie begannen wenige Tage nach dem Verbrechen mit öffentlichen Aktionen, um auf die Gewalt gegen trans Menschen aufmerksam zu machen. Seit 1999 wird der Transgender Day of Remembrance am 20. November begangen – nach einigen Jahren auch in Europa und auf anderen Kontinenten. (dk)

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