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USA
"Erste offen lesbische Astronautin" entlastet: Ex-Frau gibt Lüge zu
Astronautin Anne McClain war vor ihrer Ex-Frau beschuldigt worden, Geld vom Konto gestohlen zu haben, als sie sich gerade im Weltall befand. Jetzt gibt die Ex zu: Das war alles gelogen.
- 20. November 2025, 14:39h 2 Min.
Die Ex-Frau der 46-jährigen amerikanischen Astronautin Anne McClain hat sich am Dienstag vor einem Gericht im texanischen Houston schuldig bekannt, über ihre frühere Partnerin gelogen zu haben. Damit endet ein sechsjähriger Rosenkrieg.
Im August 2019 war bekannt geworden, dass die 50-jährige Summer W., eine frühere Geheimdienstoffizierin der US-Luftwaffe, ihre prominente Ex-Frau beschuldigt hatte, von der internationalen Raumstation ISS aus unerlaubt auf ihr Bankkonto zugegriffen zu haben (queer.de berichtete).
Summer W. hatte ihrer Ex-Frau konkret vorgeworfen, ihr Bank-Passwort erraten und dann illegal Geld verschoben zu haben. Allerdings fanden die Ermittler*innen heraus, dass W. ihrer früheren Partnerin bereits Jahre zuvor Zugriff auf das Konto gegeben hatte, weil die Finanzen der beiden Frauen, die einen gemeinsamen Sohn haben, auch nach der Scheidung noch miteinander verflochten waren.
McClain, die alle Vorwürfe stets als Lügen zurückgewiesen hatte, erklärte am Mittwoch in einer Pressemitteilung, dass ihre Ex-Frau "eine Geschichte den Bundesermittlern und den Medien verbreitet habe, um mir zu schaden". Anlass für die Beschuldigungen war offenbar ein Sorgerechtsstreit.
Ex drohen bis zu fünf Jahre Haft
Die Lüge könnte Summer W. teuer zu stehen kommen: Ihr droht nun eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 250.000 Dollar (220.000 Euro). Das Urteil soll am 12. Februar 2026 verkündet werden.
Für Anne McClain lief es dagegen karrieretechnisch gut: Sie ist erst am 14. März diesen Jahres wieder mit einer SpaceX-Crew zur ISS geflogen. Dabei kam ihr eine besondere Ehre zuteil: Sie war erstmals als Kommandantin der Crew, die aus einer weiteren Amerikanerin sowie einem Japaner und einem Russen bestand. Am 9. August kehrte sie wieder wohlbehalten zur Erde zurück.
"Erstes Verbrechen im Weltall"
Die mögliche Tat von McClain war in der Presse als "erstes Verbrechen im Weltall" bezeichnet worden. Nebenbei wurde damit McClain auch geoutet – sie wird deshalb als "erste offen lesbische Astronautin" bezeichnet, obwohl sie sich selbst nicht öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung geäußert hat.
Zwar gab es bereits vor ihr zwei lesbische Astronautinnen, die während ihrer aktiven Laufbahn aber nicht out waren: Die erste war Sally Ride (1951-2012), die 1983 als erste Amerikanerin ins Weltall flog, und erst nach ihrem Tod von ihrer Partnerin geoutet wurde. Die zweite war die jetzt 66-jährige Wendy B. Lawrence, die zwischen 1995 und 2005 vier Mal ins All flog. Die frühere Marine-Soldatin outete sich erst 2019. (dk)















