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Bischof José Ignacio Munilla (Bild: Conferencia Episcopal Española / wikipedia)

Die Staatsanwaltschaft Madrid hat Ermittlungen gegen den katholischen Bischof von Orihuela-Alicante, José Ignacio Munilla, aufgenommen. Hintergrund ist eine Anzeige eines Vereins, der dem Geistlichen Hass- und Diskriminierungsdelikte gegenüber der LGBTI-Community vorwirft. Das berichtete die katholische Zeitung "Die Tagespost" am Donnerstag.

Der Verein bezieht sich demnach auf eine Sendung von "Radio Maria" vom 3. Mai 2025. Munilla soll dort gesagt haben, Psycholog*­innen, die homo­sexuelle Menschen begleiteten, würden bedroht, sobald dies als "Umkehr" gewertet werde. Jegliche seelsorgliche Begleitung zu einem Leben in Keuschheit werde als verbotene "Konversions­therapie" interpretiert. Solche Behandlungen sind in Spanien seit 2023 untersagt (queer.de berichtete). Nach Auffassung des Vereins überschreiten Munillas Äußerungen daher die Grenzen der Meinungs- und Religionsfreiheit und stellten einen diskriminierenden Aufruf dar.

Der Bischof weist die Vorwürfe zurück. In einem Facebook-Beitrag schrieb er am Donnerstag, man wolle die Kirche einschüchtern, damit sie die christliche Botschaft nicht mehr frei verkünde. Der gesamten Gesellschaft werde eine "Staatsanthropologie" auf der Grundlage der "Gender-LGBTQ-Theorie" aufgezwungen, empörte sich Munilla.

Seine Kritik habe sich auch nicht gegen queere Menschen gerichtet, sondern gegen die spanische Gesetzgebung, die sogenannte Konversions­therapien verbiete. Es sei "ironisch", die "Freiheit des Geschlechtswandels" zu verteidigen, zugleich aber Lesben und Schwulen eine freiwillige "therapeutische Entscheidung" vorzuenthalten, so der Bischof. Er betonte, die Kirche werde weiterhin Menschen unterstützen, die aus religiösen Gründen um Hilfe für ein Leben in Keuschheit bitten. (cw)

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