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Warhol, Fassbinder und Ace Ventura
Udo Kier ist tot
Er drehte mit Andy Warhol, Rainer Werner Fassbinder und Lars von Trier – und stand in Blockbustern wie "Armageddon" oder "Blade" vor der Kamera. Nun ist der gebürtige Kölner Udo Kier in seiner kalifornischen Wahlheimat gestorben.

Der deutsche Hollywoodstar Udo Kier wurde 81 Jahre alt (Bild: IMAGO / NurPhoto)
- 24. November 2025, 09:48h 2 Min.
Udo Kier ist tot. Der international bekannte deutsche Schauspieler ist am Sonntag in Palm Springs in seiner Wahlheimat Kalifornien gestorben. Das bestätigte sein Lebenspartner, der Künstler Delbert McBride, gegenüber "Variety". Kier wurde 81 Jahre alt. Die Todesursache ist noch nicht bekannt.
Der offen schwule Kier hat sehr viel für queeres Kino und queere Sichtbarkeit getan – vor allem durch seine Rollen und seine Zusammenarbeit mit queeren Regisseuren. Kier spielte in über 270 Filmen mit, als einer von wenigen deutschen Schauspielern auch regelmäßig in Hollywood-Produktionen.
Udo Kier kam am 14. Oktober 1944 unter dem Namen Udo Kierspe in Köln zur Welt. In der Domstadt wuchs er in einfachen Verhältnissen auf. Mit 19 Jahren ging er nach London, schlug sich dort als Kellner durch. In der britischen Hauptstadt und in Rom wurde der Mann mit den auffälligen grün-blauen Augen zu so etwas wie einem It-Boy. Dort lernte der stets offen schwul lebende Kier den italienischen Regisseur Luchino Visconti (1906-1976) kennen, der den jungen Mann umwarb.
Ende der Sechzigerjahre schlitterte Udo Kier ins Filmgeschäft. Er spielte in wüsten Exploitation-Streifen mit Titeln wie "Hexen bis aufs Blut gequält" mit. In zwei von Andy Warhol (1928-1987) produzierten Horrorfilmen stellte er Baron Frankenstein und Graf Dracula dar. Für Filme von Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) kehrte er immer wieder nach Deutschland zurück.
Kier spielte oft Figuren, die bewusst mit Geschlechterbildern spielten: Sie waren androgyn, flamboyant, sexuell uneindeutig und ästhetisch überzeichnet. Dies machte ihn zu einer Kultfigur in der queeren Filmszene, lange bevor queere Figuren im Mainstream auftauchten.
Zwischen "Tatort", Hollywood und Lars von Trier
Ab den 1980er-Jahren pendelte Udo Kier beruflich zwischen Deutschland, Europa und Hollywood, zwischen Arthaus, Trash und Mainstream. Er arbeitete mehrfach mit Lars von Trier (69) und spielte 1991 im queeren Kultfilm "My Private Idaho – Das Ende der Unschuld" von Gus van Sant (73) mit – die Rolle bedeutete seinen Durchbruch in Hollywood. Er stand dann auch in Blockbustern vor der Kamera, von "Ace Ventura" über "Blade" bis "Armageddon". Für diverse "Tatort"-Folgen kehrte der Charakterdarsteller immer wieder in sein Geburtsland zurück.
In "Swan Song" spielte der offen schwule Kölner 2021 eine viel beachtete Hauptrolle. Er gab einen alternden Drag-Performer, der aus dem Pflegeheim flüchtet. Es sollte nicht sein Schwanengesang bleiben. Sein letzter Film, der brasilianische Festivalhit "The Secret Agent", läuft gerade im Kino. (spot/dpa/cw)
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