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Niedersachsen

Unbekannte kleben Hakenkreuz auf queeres Jugendzentrum Gifhorn

Ein rechtsextremer Zwischenfall schockiert die queere Community in Gifhorn bei Wolfsburg.


Der Staatsschutz der Polizei ermittelt wegen des Hakenkreuzes am queeren Jugendzentrum (Bild: Facebook / Queeres Netzwerk Gifhorn)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben Unbekannte ein großflächiges Hakenkreuz aus Klebeband auf das Fenster des queeren Jugendzentrums "Spektrum" im niedersächsischen Gifhorn angebracht. Auf das Band und den Fensterrahmen wurden Botschaften wie "Kämpft!", "Respekt der Heimat" und "Lutscht meinen deutschen Schwanz" geschmiert. Daneben standen Flüche in russischer Sprache.

"Die Brutalität und Eindeutigkeit dieser Botschaften lassen keinen Interpretationsspielraum: Es handelt sich um einen gezielten, hasserfüllten Angriff, der in seiner Form für uns in Gifhorn beispiellos ist", erklärte das Queere Netzwerk Gifhorn, das das Jugendzentrum betreibt. "Zwar mussten wir uns in der Vergangenheit bereits mit rechtsextremen Stickern und Schmierereien auseinandersetzen. Doch dieses Vorgehen markiert eine neue, erschreckende Qualität des Hasses."

Der Angriff treffe den Verband "ins Mark", so das Queere Netzwerk auf Facebook. "Er richtet sich nicht nur gegen ein Gebäude, sondern gegen einen Safe Space, den queere Jugendliche dringend brauchen. Gegen einen Ort, der Schutz, Gemeinschaft und Sichtbarkeit bietet." Die Aktivist*­innen riefen Politik, Verwaltung und Gesellschaft dazu auf, Haltung zu zeigen. "Unsere Community verdient Sicherheit – jetzt mehr denn je. Bleibt solidarisch. Bleibt laut. Steht zusammen für Vielfalt", so die Aufforderung. Man sei im Austausch mit den Sicherheitsbehörden und erwarte eine umfassende Aufklärung.

Wie regionalHeute.de berichtet, habe der Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen übernommen. Die Behörde bittet Zeug*­innen, sich unter der Telefonnummer (05371) 980-0 bei der Polizei Gifhorn zu melden.

Hassbotschaften und rechtsextreme Attacke

Bereits letztes Jahr kam es nach dem CSD in der 43.000 Einwohner*innen zählenden Stadt Gifhorn zu einer Wellle des Hasses gegen die queere Community: Unter einem Artikel der Regionalzeitung über den Pride mit mehreren hundert Teilnehmenden waren viele herablassende Kommentare gepostet worden. Die Polizei sicherte rund 2.500 Botschaften (queer.de berichtete). Die Polizei wies damals darauf hin, dass Straftaten wie Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung und Volksverhetzung im digitalen Raum ebenso verfolgt werden wie in anderen Lebenssituationen.

Im September vergangenen Jahres attackierten Rechtsextreme, die den CSD in Wolfsburg stören wollten, an einer Bushaltestelle in Gifhorn eine am Boden liegende Frau (queer.de berichtete). Drei Männer wurden deswegen im August zu einer Bewährungsstrafe sowie zu Geldstrafen bzw. Sozialstunden verurteilt (queer.de berichtete). (dk)

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