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Travel Well: Kapstadt – die queere Hauptstadt Afrikas

In Zusammenarbeit mit KLM Royal Dutch Airlines stellen wir vier queerfreundliche Winter-Reiseziele vor. Der zweite Teil unserer Serie führt uns zum Kap der Guten Hoffnung in Südafrika.


Zwischen Meer und Tafelberg: Kapstadt aus der Vogelperspektive (Bild: marlinclark / unsplash)

Wenn wir bewusst reisen, bringt uns ein Ticket weiter als nur ans Ziel. Es schenkt uns neue gemeinsame Erinnerungen. Es gibt uns das Gefühl, einen Ort wirklich kennenzulernen. Es ist eine Einladung, persönliche Beziehungen aufzubauen. Mit dieser Serie, entstanden in Zusammenarbeit mit KLM Royal Dutch Airlines, laden wir dazu ein, jede Reise zu etwas Besonderem zu machen. Nach Bangkok geht es in unserem zweiten Teil heute nach Kapstadt in Südafrika.

Am Fuß des Tafelbergs, wo zwei Ozeane aufeinandertreffen, entfaltet sich eine faszinierende Metropole, die sich ständig neu erfindet. Kapstadt ist rau und schön, widersprüchlich und lebendig – und für viele queere Menschen in Afrika ein Ort, an dem das Leben plötzlich einfacher scheint.

Hier kann man sehen, was in anderen Teilen des Kontinents oft verborgen bleibt, ja geradezu undenkbar ist. Zwei Männer oder zwei Frauen, die sich am Strand umarmen oder küssen. Eine aufgefummelte Dragqueen, die im Abendlicht eine Straße überquert. Ein Selbstverständnis, das sich nicht mehr erklären muss.

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Fortschritt mit südafrikanischem Akzent

Südafrika hat eine der progressivsten Verfassungen der Welt. Seit 1996 schützt sie ausdrücklich die Rechte sexueller Minderheiten, seit 2006 – also lange vor Deutschland – dürfen gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Diese Errungenschaften sind keine abstrakten Paragrafen, sie haben die Lebensrealität vieler Menschen verändert.

Kapstadt gilt dabei als Schaufenster dieses Fortschritts. Natürlich bleibt die Gleichstellung auch in Südafrika unvollendet, besonders außerhalb der urbanen Räume. Doch in der Mother City entsteht eine Atmosphäre, die weniger von Abgrenzung als von Neugier geprägt ist. "Kapstadt ist nicht perfekt", sagt Thabo, Künstler und Aktivist. "Aber es ist ein Ort, an dem du atmen kannst."


Beeindruckende Architektur: Bunte Häuser in Kapstadt (Bild: huntleytography / unsplash)

De Waterkant – gelebte Normalität

Das kleine Viertel De Waterkant, zwischen City Bowl und Signal Hill, ist das Herz der queeren Szene. Kopfsteinpflaster, viktorianische Fassaden, Cafés mit offener Terrasse. Hier treffen sich Lehrer*innen und DJs, Tourist*innen und Drag-Stars – eine sehr bunte Mischung.

Im "Café Manhattan" sitzen Paare, die gerade aus der Galerie gegenüber kommen; im "Beefcakes" singen Dragqueens zu Motown-Hits; im "Club Zer021" tanzen junge Menschen, die von Schubladen nichts halten.

Zwischen Strand und Selbstverständlichkeit

Der bei queeren Capetonians beliebte Clifton 3rd Beach ist mehr als ein schöner Ort. Er ist ein Symbol – für Sichtbarkeit, aber auch für Gelassenheit. An windstillen Tagen liegt die Bucht im Licht wie ein Versprechen. Menschen aller Geschlechter lachen, küssen sich, trinken Wein, hören Musik. Die Energie ist entspannt, nicht exzessiv. Niemand schaut zweimal hin, und das allein ist bemerkenswert genug.


Strandhütten in Kapstadt (Bild: _entreprenerd / unsplash)

Natürlich bleibt auch hier der Widerspruch sichtbar: Queere Freiheit ist in Kapstadt oft mit sozialem Wohlstand verknüpft. Doch sie existiert – greifbar, alltäglich, sichtbar. Und für viele aus dem Land selbst ist sie ein Ankerpunkt, eine Vorstellung davon, wie Südafrika sein könnte.

Kunst als Resonanzraum

Kaum ein Ort spiegelt die Ambivalenz des Landes so klug wie die Kunst. Im Zeitz MOCAA, dem Museum zeitgenössischer afrikanischer Kunst, das unbedingt besucht werden sollte, hängen Werke, die Körper, Identität und Zugehörigkeit neu verhandeln. Darunter auch Zanele Muholis legendäre Porträts Schwarzer queerer Südafrikaner*innen. Sie sind radikal, aber nie zynisch. Ihre Stärke liegt in der Würde, nicht in der Provokation.

Auch jenseits der Institutionen in Kapstadt, in kleinen Galerien und Off-Spaces, experimentiert eine junge Generation mit Formen queerer Ästhetik. Man spricht, malt, performt – nicht um zu schockieren, sondern um sich zu zeigen.

Der CSD wird im Februar gefeiert

Wenn im Februar der Cape Town Pride beginnt, vibriert die Stadt. Straßen werden gesperrt, Paraden ziehen durch Green Point, Musik schallt zwischen Bergen und Meer. Für europäische Verhältnisse ist der CSD in Kapstadt erstaunlich politisch. "Pride ist hier kein Selbstlob", sagt Liza, Aktivistin und Sozialarbeiterin. "Es ist eine Einladung – an das Land, an uns selbst."


Szene vom Cape Town Pride: 2026 findet die Parade am 28. Februar statt (Bild: Samantha Marx / wikipedia)

Die Diskussionen über Repräsentation, über Rassismus und Inklusion innerhalb der Community sind präsent. Aber sie werden geführt – offen, lebendig, manchmal schmerzhaft, aber erstaunlich produktiv.

Ein Labor für Vielfalt

Wenn die Sonne hinter dem Atlantik versinkt, liegt über der Stadt ein stilles, warmes Licht. Unten glühen die Lichter der Bars, am Strand bricht die letzte Welle. Zwei Menschen halten sich an der Hand und sehen schweigend aufs Meer.

Kapstadt ist keine Utopie, aber vielleicht das, was einer ziemlich nahekommt: ein Labor für Vielfalt. Die Widersprüche – zwischen Arm und Reich, zwischen westlicher Szeneästhetik und afrikanischer Realität – bleiben bestehen. Doch sie werden nicht verdrängt, sondern mit Optimismus verhandelt. Diese besondere Stimmung am Kap der guten Hoffnung ist ansteckend: Auch Besucher*innen aus Europa können in Kapstadt erleben, wie Freiheit aussehen kann.

Flugplan

KLM fliegt täglich von Amsterdam in rund elfeinhalb Stunden direkt nach Kapstadt. Zubringerflüge gibt es von neun deutschen Flughäfen. Weitere tägliche Flugverbindungen gibt es mit dem KLM-Partner Air France über Paris. Jetzt buchen
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