https://queer.de/?55954
Mit 68 Jahren
Queerfeindlicher Aktivist Martin Lohmann gestorben
Martin Lohmann, der jahrzehntelang Stimmung gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen machte, ist tot. Der überzeugte Katholik wurde 68 Jahre alt.

Martin Lohmann 2017 als Gast der ARD-Talkshow "Maischberger" in Köln (Bild: IMAGO / Lumma Foto)
- 25. November 2025, 11:45h 2 Min.
Der bekannte katholische Publizist und Aktivist Martin Lohmann ist nach Angaben der Nachrichtenagentur CNA am Montag im Alter von 68 Jahren gestorben. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht. Lohmann engagierte sich insbesondere gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche und gegen LGBTI-Rechte.
Als Journalist hatte der gebürtige Bonner unter anderem für den "Rheinischen Merkur" gearbeitet und war von 1997 bis 2004 Chefredakteur der "Rhein-Zeitung" und von 2010 bis 2012 Chefredakteur des katholischen Fernsehsenders K-TV. Bis vor wenigen Monaten verbreitete er seine Ansichten auch über seinen eigenen Youtube-Kanal.
Bis 2013 war Lohmann in der CDU aktiv, trat aber aus Protest gegen die Positionen von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus. Letztes Jahr wurde er Sprecher der rechten CDU-Abspaltung "Werteunion", trat aber im Herbst 2024 auch dort aus. Mehrere Jahre lang war Lohmann Bundesvorsitzender des Bundesverbands Lebensrecht, der unter anderem den "Marsch für das Leben" organisiert.
Engagement gegen LGBTI-Rechte
Insbesondere in den 2000er- und 2010er-Jahren galt Lohmann als einer der lautstärksten Gegner von queeren Rechten, was er mit seinem christlichen Glauben begründete. Er verlangte von Homosexuellen, ein Leben lang enthaltsam zu sein, da gleichgeschlechtlicher Sex gegen die Lehren der Bibel verstoße. Dabei berief er sich immer wieder auf den katholischen Katechismus aus dem Jahr 1992. Demnach seien homosexuelle Handlungen "in sich ungeordnet", da sie dem Schöpfungsplan Gottes für die Sexualität widersprächen.
In Talkshows verbreitete Lohmann darüber hinaus die Auffassung, dass Homosexuelle eigentlich heterosexuell sein könnten, aber nur nicht den Segen der heterosexuellen Lebenswelt erfahren hätten. 2012 sagte er etwa in der ARD-Sendung "Hart aber fair" über Schwule und Lesben: "Ich glaube, dass sie manche falschen Erfahrungen mit Heterosexualität gemacht haben und in ihrer Sexualität nicht zu dem Punkt gekommen sind, der die komplette Erfüllung ermöglicht." In der Talkshow warnte er auch vor einem "homosexuellen Hype" (queer.de berichtete).
Lohmann lehnte jegliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren ab – und begründete das etwa damit, dass Kinder ein "Recht des Kindes auf Vater und Mutter" hätten. Studien, wonach Kinder in Regenbogenfamilien genauso gut aufwachsen können, ignorierte er stets. (cw)














