Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?55967

Musikstars

Zoff um Denkmal für Mercury und Caballé in Barcelona

Die spanische Stadt Barcelona plant die Errichtung einer Statue zu Ehren des queeren britischen Rockmusikers Freddie Mercury und der spanischen Opernsängerin Montserrat Caballé – Nachbarschaftsvereine wollen das verhindern.


Montserrat Caballé und Freddie Mercury nahmen 1987 den gemeinsamen Song "Barcelona" auf (Bild: IMAGO / Avalon.red)
  • Heute, 04:10h 2 Min.

Die Musik-Ikonen Freddie Mercury und Montserrat Caballé sorgen dieser Tage in Barcelona für Aufregung. Das Rathaus der Stadt im Nordosten Spaniens plant die Errichtung einer Statue zu Ehren des queeren britischen Rockmusikers (1946-1991) und der spanischen Opernsängerin (1933-2018). Als Duo hatten sie in den späten 80er Jahren der katalanischen Metropole mit dem Song "Barcelona" und dem gleichnamigen Album ein musikalisches Denkmal gesetzt. Das Vorhaben stößt derweil auf zunehmenden Widerstand.

Nachbarschaftsvereine sprechen sich energisch dagegen aus, dass die Statue auf dem frisch renovierten Glòries-Platz unweit der Sagrada Família errichtet wird, wie die Zeitung "La Vanguardia" und weitere Medien berichten.

- w -

"Wir haben nichts gegen Mercury"

Die Kritiker*innen verweisen demnach darauf, dass die 1933 in Barcelona geborene Sopranistin ihren Wohnsitz aus finanziellen Gründen ins Ausland verlegt habe und zu allem Übel wegen Steuerbetrugs angeklagt und verurteilt worden sei.

"Wir haben nichts gegen Mercury", zitierte "La Vanguardia" Sprecher von vier Nachbarschaftsvereinen rund um Glòries. Das Problem sei Caballé. Sie könne trotz ihrer Erfolge nicht als Vorbild gelten. "Ihre außergewöhnliche Stimme allein rechtfertigt nicht eine solche Auszeichnung", hieß es.

Direktlink | Freddie Mercury und Montserrat Caballé performen "Barcelona" in London
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Darf man Künstler*innen und Werk voneinander trennen?

Angehörige Caballés verteidigten unterdessen das Projekt der Stadt. Umstrittene Aspekte der Biografie der Sängerin dürften ihr künstlerisches Vermächtnis nicht überschatten, erklärten sie. Caballé habe Barcelona und ihr Land schließlich "in der ganzen Welt" positiv vertreten.

Der Aussichtspunkt auf dem Glòries gilt ungeachtet aller Diskussionen weiter als Favorit, auch wenn die endgültige Entscheidung über den Standort noch aussteht. Als Alternative wird der Brunnen Font Màgica am Montjuïc-Park gehandelt. Die Oppositionspartei PP veröffentlichte eine per KI erzeugte Visualisierung, die zeigen soll, dass das Monument dort gut passen könnte.

Der 1991 im Alter von 45 Jahren an den Folgen von Aids gestorbene Mercury erlangte als Leadsänger und Songwriter der Band Queen ("Bohemian Rhapsody") schon zu Lebzeiten Kultstatus. Caballé starb 2018 mit 85 Jahren. Sie galt als eine der großen Operndiven. Das Lied "Barcelona" wurde knapp fünf Jahre nach dem Erscheinen zu einem Song der Olympischen Spiele 1992 in der katalanischen Stadt. (cw/dpa)