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Landgericht Oldenburg

Trans Tochter geschlagen, getreten, geschoren: Vater muss mehr als drei Jahre ins Gefängnis

Wegen schwerer Misshandlung seiner trans Tochter, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Bedrohung wurde ein 48-Jähriger vom Landgericht Oldenburg zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.


Das Urteil des Landgerichts Oldenburg ist rechtskräftig und wird vollstreckt (Bild: IMAGO / STPP)

  • Gestern, 05:18h 2 Min.

Ein Vater, der die geschlechtliche Identität seiner trans Tochter nicht akzeptieren und mit brutaler Gewalt "umerziehen" wollte, muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Oldenburg verurteilte den 48-jährigen Syrer laut einem Bericht der "Nordwest-Zeitung" wegen schwerer Misshandlung Schutzbefohlener in Tateinheit mit gefährlicher Körper­ver­letzung, Freiheitsberaubung und Bedrohung. Das Urteil ist rechtskräftig und wird vollstreckt.

Der Mann hatte die trans Jugendliche im Februar 2024 verprügelt, eingesperrt, beleidigt und gedemütigt, weil er ihre Entscheidung, als Mädchen zu leben, nicht akzeptieren wollte. Nach Überzeugung der Kammer schlug und trat er seine Tochter, schnitt ihr mit einem Trimmer gewaltsam die Haare ab und nahm ihr die Kleidung weg.

"Du bist selbst schuld, soll ich dich töten, oder was?"

Bereits im August 2024 war der Vater von der Jugendschutzkammer des Landgerichts zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft hatten dagegen Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof verwies den Fall anschließend zurück, unter anderem mit dem Hinweis, dass nicht nur eine Verurteilung wegen Misshandlung Schutzbefohlener infrage komme. Im erneuten Verfahren verschärfte das Landgericht Oldenburg nun die Strafe.

Das Mädchen berichtete im Ausgangsverfahren von einer Kindheit voller Gewalt durch den Vater. Laut Aussage schilderte sie, der Mann habe während der Tat gedroht: "Du bist selbst schuld, soll ich dich töten, oder was?" Die Polizei war nach einem Notruf der Schwester mit mehreren Streifenwagen zur Wohnung gefahren. Da niemand öffnete, aber Hilfeschreie zu hören waren, brachen die Beamt*innen die Tür auf. Im Kinderzimmer fanden sie das Opfer entkleidet, mit Blut und Schleim im Gesicht sowie stark verstört.

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Vater wünscht sich Abschiebung nach Syrien

Das erneute Verfahren ersparte dem trans Mädchen eine weitere Aussage. Sachverständige stellten bei ihr eine komplexe traumatische Belastungsstörung fest und sehen die Gefahr einer langfristigen Entwicklungsstörung.

Der Vater zeigte nach dem Bericht der "Nordwest-Zeitung" im Prozess keine Reue. Er äußerte den Wunsch, in seine Heimat abgeschoben zu werden. (cw)

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