https://queer.de/?55977
LGBT-Campus-Index 2025
Karlsruhe Institut für Technologie ist Deutschlands queerfreundlichste Uni
In Karlsruhe können sich queere Studierende laut einer Umfrage am wohlsten in ihrer Hochschule fühlen. Am Ende der Liste stehen auffällig viele Unis aus Bayern.

Hier, am Karlsruher Institut für Technologie, studiert es sich offenbar für queere Menschen besonders gut (Bild: IMAGO / Arnulf Hettrich)
- Heute, 16:00h 2 Min.
Die queerfreundlichste deutsche Universität ist laut einer Umfrage des Erotikportals Erobella das Karlsruher Institut für Technologie, an der über 22.000 Studierende eingeschrieben sind. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten ersten LGBT-Campus-Index hervor, für den 2.000 Studierende befragt worden sind. In die Analyse einbezogen wurden 67 Universitäten im Bundesgebiet.
Die Studierenden konnten die Queerfreundlichkeit ihrer Hochschulen auf einer Skala von null bis zehn bewerten. Die siegreiche Karlsruher Universität erreichte demnach 8,39 Punkte. Knapp dahinter liegen die Philipps-Universität Marburg (8,33 Punkte), die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (8,29 Punkte) und die Freie Universität Berlin (8,24 Punkte). Die durchschnittliche Bewertung der Hochschulen ist 6,8 Punkte.
Nürnberger Unis ganz unten
Unter den vier am schlechtesten bewerteten Universitäten befinden sich drei im Freistaat Bayern. Ganz unten auf der Liste stehen zwei Hochschulen aus Mittelfranken: die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (4,67 Punkte) und die Technische Hochschule Nürnberg (5,10 Punkte). An der Uni Erlangen-Nürnberg lehrt unter anderem der evangelische Theologieprofessor Werner Thiede, der die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht scharf kritisiert hatte. Thiede behauptete 2022 auch, der Begriff "Homophobie" für "Kritiker gleichgeschlechtlicher Praxis" sei diskriminierend (queer.de berichtete).
Auf dem drittletzten Platz befindet sich die Otto-von-Guericke-Universität im sachsen-anhaltischen Magdeburg (5,20 Punkte), knapp davor liegt eine weitere Hochschule aus Bayern: die Technische Universität München (5,40 Punkte). Auch sonst schneidet der Freistaat auffällig schwach ab. Nur der Universitätstandort Regensburg schafft einen Sprung in die Top 20.
Insgesamt bewerteten Studentinnen die Queerfreundlichkeit ihrer Hochschule positiver als Studenten. Rund 60 Prozent der weiblichen und männlichen Studierenden vergaben eine Punktzahl von sieben oder höher, was auf breite Akzeptanz hindeute.
Technische Unis haben im Durchschnitt niedrigere Werte – freilich ist die Siegeruni Karlsruher Institut für Technologie eine große Ausnahme. Auch die Technische Universität Kaiserslautern-Landau (Platz sieben) sticht positiv im Ranking hervor. (cw)











