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USA
World's Strongest Woman: Siegerin wurde Titel aberkannt, weil sie angeblich trans ist
Jammie Booker gewann am Sonntag den Strongwoman-Wettbewerb in Texas. Am Dienstag wurde ihr der Titel aberkannt, nachdem Gerüchte über ihre Transgeschlechtlichkeit aufgetaucht waren.

Hier feierte Jammie Booker noch – zwei Tage später wurde ihr der Titel aberkannt (Bild: Strongman)
- 27. November 2025, 14:42h 3 Min.
Die Amerikanerin Jammie Booker hatte am Sonntag bei den Official Strongman Games World Championships 2025 im texanischen Arlington den Titel World's Strongest Woman gewonnen. Bei dem Wettbewerb nahmen mehr als 400 Athletinnen aus rund 40 Ländern teil. Zwei Tage später erkannte der Veranstalter der Siegerin den Titel ab – wegen ihrer angeblichen Transgeschlechtlichkeit.
"Es scheint, als habe eine Athletin, die ein biologischer Mann ist und sich jetzt als Frau identifiziert, bei dem Frauenwettkampf teilgenommen", teilte der Veranstalter mit. Die betreffende Person sei kontaktiert worden, habe aber innerhalb der geforderten 24 Stunden nicht geantwortet. Bei dem Event dürfen seit 2023 nur Frauen teilnehmen, die bei der Geburt als Frauen gemeldet worden seien. Daher sei die betreffende Person disqualifiziert worden.
Booker hatte bereits zuvor bei zwei weiteren Wettbewerben mitgemacht: Beim Rainier Classic in Puyallup (US-Bundesstaat Washington) ging sie im Juni als Siegerin hervor. Beim Wettkampf North America's Strongest Woman in Victoriaville im Süden der kanadischen Provinz Québec ging sie als Zweite hervor. In beiden Turnieren gab es keine Vorwürfe wie bei den Strongman Games.
Geschlechtsidentität von Booker ist unklar
Unklar ist, ob Booker wirklich transgeschlechtlich ist. Sie hat sich bislang nicht dazu geäußert. Gerüchte waren entstanden, nachdem Pornovideos aufgetaucht sind, die eine trans Frau zeigen, die Booker ähnlich sieht. In einem älteren Youtube-Video soll Booker selbst sagen, sie sei "trans". Die Passage ist allerdings schwer verständlich.
Die zweitplatzierten Andrea Thompson, die jetzt auf Platz eins vorrückt, sagte der BBC, Gerüchte über ihre Konkurrentin seien erst Stunden nach dem Event aufgetaucht. Allerdings war die Britin schon bei der Siegerehrung offensichtlich verärgert. In einem Video ist zu sehen, wie sie während des Jubels ihrer Konkurrentin sagt: "Das ist Bullshit. Können wir gehen?" Gegenüber der BBC kritisierte sie Booker: "Sie hat gelogen und war sehr unehrlich, und sie hat vielen Frauen viel weggenommen."
Studien: Trans Frauen haben wohl keinen Vorteil im Sport
Es gilt als nicht sicher, ob trans Frauen wirklich Vorteile gegenüber cisgeschlechtlichen Frauen haben. Mehrere Studien deuten eher darauf hin, dass sich Vor- und Nachteile ausgleichen. Eine IOC-Studie aus dem vergangenen Jahr kam etwa zu dem Ergebnis, dass trans Sportlerinnen nicht generell anderen Athletinnen überlegen sind (queer.de berichtete). So hätten trans Frauen durchschnittlich zwar eine höhere Griffkraft als cis Frauen, aber die Forschenden attestierten ihnen auch eine geringere Sprungkraft, Lungenfunktion und weniger Fitness wegen eines schwächeren Herz-Kreislauf-Systems.
2021 war eine im "British Journal of Sports Medicine" veröffentlichte Studie bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Leistungsfähigkeit von trans Frauen nach zwei Jahren der von cis Frauen angleiche (queer.de berichtete). Beide Studien sind aber wegen einer begrenzten Stichprobengröße nur bedingt aussagekräftig. Größere Untersuchungen existieren bislang aber nicht.
Trans-Panik in den USA
Derzeit gibt es aber eine regelrechte Trans-Panik im Sport, die auch von der amerikanischen Regierung angeheizt wird. So warnt Präsident Donald Trump vor einer angeblich um sich greifenden "Transgender-Ideologie" und will trans Frauen sportliche Betätigung weitgehend verbieten, sogar im Schul- und Breitensport. Sportverbände in aller Welt sind deshalb sehr viel restriktiver geworden. Das Internationale Olympische Komitee will etwa trans Frauen generell von Sportwettkämpfen ausschließen (queer.de berichtete). Hintergrund ist, dass die Olympischen Sommerspiele 2028 in den USA stattfinden werden.
Auch in der deutschen Politik haben transfeindliche Äußerungen inzwischen stark zugenommen, nicht nur aus der AfD. Johannes Winkel, der Chef der Jungen Union, bezeichnete letztes Jahr etwa angebliche trans Athletinnen bei den Olympischen Spielen in Paris als "kranke Männer" (queer.de berichtete). (dk)














