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Trouble beim Schönheitswettbewerb
Haftbefehl gegen trans Besitzerin von Miss Universe Organization
Der Schönheitswettbewerb Miss Universe wurde dieses Jahr von Skandalen überschattet. Nun kommt es noch schlimmer für die Besitzerin Jakapong "Anne" Jakrajutatip.

Jakapong "Anne" Jakrajutatip, hier bei einer Pressekonferenz, ist derzeit untergetaucht (Bild: IMAGO / Eyepix Group)
- 28. November 2025, 14:59h 3 Min.
Vor zwei Jahren hatte die thailändische Unternehmerin und Trans-Aktivistin Jakapong "Anne" Jakrajutatip die Miss Universe Organization gekauft (queer.de berichtete). Jetzt wird die 46-Jährige von der thailändischen Polizei gesucht – laut Medienberichten ist diese Woche Haftbefehl gegen sie erlassen worden.
Jakkaphong wird demnach von einem plastischen Chirurgen des Betrugs beschuldigt. Er sagt, sie habe Informationen verschwiegen, als sie ihn 2023 dazu bewegte, in ihr Unternehmen, die JKN Global Group, zu investieren. So soll sie laut einer Klage gewusst haben, dass JKN die Rückzahlung innerhalb der vereinbarten Frist nicht leisten kann. Der Kläger gab an, rund 30 Millionen thailändische Baht (ca. 800.000 Euro) verloren zu haben.
Ein Urteil in dem Fall sollte am Dienstag fallen, doch Jakkaphong erschien nicht vor Gericht – was den Richter dazu veranlasste, ihre Verhaftung anzuordnen, da er sie als Fluchtgefahr einstufte. Ihr Aufenthaltsort ist derzeit unklar.
Auch Vorwürfe von Börsenaufsichtsbehörde
Bereits im Juni trat Jakrajutatip von allen Positionen innerhalb von JKN zurück, nachdem Thailands Börsenaufsichtsbehörde sie beschuldigt hatte, die Finanzberichte des Unternehmens für 2023 gefälscht zu haben. Sie ist aber weiterhin die größte Anteilseignerin des Unternehmens.
Jakrajutatip ist eine bekannte Medienpersönlichkeit in Thailand. Die trans Frau ist etwa in den thailändischen Ausgaben von "Project Runway" und" Shark Tank" aufgetreten. Ihr Unternehmen JKN besitzt die Vertriebsrechte für ausländische Dokumentarfilme, TV-Dramen und Reality-TV-Shows in Thailand. Sie ist außerdem Mitgründerin der "Life Inspired for Transsexual Foundation", eine Organisation für die Rechte von trans Menschen.
Auch gegen den mexikanischen Mitbesitzer des Schönheitswettbewerbs, den Unternehmer Raúl Rocha Cantú, gibt es Ermittlungen. Er kaufte im Januar 2024 50 Prozent Anteile an der Miss Universe Organization. Die mexikanischen Behörden werfen ihm vor, in illegalen Drogen- und Waffenhandel zwischen Guatemala und Mexiko involviert zu sein. Rocha weist alle Vorwürfe zurück.
Skandal und Manipulationsvorwürfe beim diesjährigen Miss-Universe-Contest
Der neueste Miss-Universe-Contest in der thailändischen Großstadt Nonthaburi war Anfang November außerdem von Skandalen geprägt: So ging die spätere Siegerin Fátima Bosch, die damalige Miss Mexiko, viral, nachdem sie aus Protest den Raum verlassen hatte, weil der Direktor des Wettbewerbs sie als "dumm" beschimpft hatte. Nach einem öffentlichen Aufschrei entschuldigte sich der Direktor unter Tränen und behauptete, er sei missverstanden worden. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnete Bosch als ein "Beispiel dafür, wie wir Frauen unsere Stimme erheben sollten".
Bosch gewann dann gegen die Favoritin des Publikums, Miss Thailand, die Krone – doch Vorwürfe der Wahlmanipulation warfen einen Schatten auf ihren Triumph. Tage vor dem Finale traten zwei der acht Jurymitglieder zurück, wobei eines andeutete, dass die Abstimmung manipuliert worden sei. Das andere Jurymitglied gab "unvorhergesehene persönliche Gründe" an. (cw)
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