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München
Mit der "Rosenkranz Königin" gegen die Dragqueen
Die rechten Proteste gegen die Drag-Kinderbuchlesung von Vicky Voyage am Montagnachmittag in München blieben sehr überschaubar. Die queere Gegendemo lockte deutlich mehr Menschen an.

"Unbeflecktes Herz Mariens, sei unsere Rettung": Queerfeindlichkeit im Namen der "Rosenkranz Königin" (Bild: Robert Andreasch)
- 2. Dezember 2025, 01:40h 3 Min.
In den letzten Tagen hatten extrem Rechte das "Bilderbuchkino" für Kinder mit Dragqueen Vicky Voyage in der Stadtbibliothek München-Moosach ins Visier genommen (queer.de berichtete). Eine heikle Situation. Vor allem, weil es den Queerfeind*innen vor zwei Jahren in der bayrischen Landeshauptstadt gelungen war, 200 Menschen zu parallelen Kundgebungen von AfD, Pandemie-Leugner*innen, christlichen Fundamentalist*innen und anderen Transfeind*innen gegen eine harmlose Kinderveranstaltung zu mobilisieren. Damals waren Vicky Voyage und Eric BigClit in der Stadtbibliothek München-Bogenhausen aufgetreten. Mitglieder der "Identitären Bewegung" und der Münchner Burschenschafter-Szene hatten erfolglos versucht, im Gebäude zur Lesung vorzudringen (queer.de berichtete).
Ende November 2025 teilten der AfD-München-Akteur Christoph Rätscher und andere Aufrufe, die aktuell geplante Drag-Lesung zu "stoppen". Die ultrarechte Kampagnenplattform "Citizen Go" setzte eine Petition gegen die Veranstaltung auf. 32.500 Menschen wollen diese unterschrieben haben.
Der Münchner Marcel Dold, der mit seiner Splittergruppe "Kinder stehen auf" in ganz Bayern schon dutzende Kleinstkundgebungen organisiert hat, meldete schließlich eine Versammlung an. Auch das große Pandemieleugner*innen-Netzwerk von "München steht auf" bewarb Dolds Kundgebung. Schließlich veröffentlichte auch noch der Münchner AfD-Landtagsabgeordnete Rene Dierkes, der die drag- und queerfeindlichen Proteste 2023 organisiert hatte, einen Text gegen die Kinderbuchlesung: "Arme Kinder! Erneute Dragqueen-Lesung im Münchner Stadtteil Moosach."

Bei der queerfeindlichen Kundgebung war nicht viel los (Bild: Robert Andreasch)
Am lautesten polterte die ultrakatholische Gruppe "Christkönigtum München" los, die im Sommer schon eine Kundgebung gegen den CSD durchgeführt hatte. In ihrem Telegramkanal bedrohten die Aktivist*innen die Veranstaltung: "Mit unseren Kindern in München werden sie das nicht ungestraft machen!"
Am Montagnachmittag fanden sich vor der Stadtbibliothek zunächst rund 20 Queerfeind*innen aus der Pandemieleugner*innen-Szene ein. Besonders vorbereitet wirkten sie nicht, sie hatten weder Banner noch ausführlichere Redebeiträge mitgebracht. Ihre Lautsprecherbox nutzten einige der Versammelten schließlich in der Art eines offenen Mikrofons für ein paar eher wirre Anmerkungen.
Münchens Zweiter Bürgermeister bei queerer Soli-Kundgebung

Die Gegendemo "München ist bunt" war deutlich größer (Bild: Robert Andreasch)
Eine Handvoll Münchner AfDler um Christoph Rätscher standen etwas verloren mit Deutschlandfähnchen im abgegitterten Bereich herum. Ob der zunehmend peinlicheren Situation packten sie die von ihnen zunächst ausgebreitete AfD-Fahne schnell wieder ein. Die Lage im kalten Wind vor der Stadtbibliothek versuchten dann gewissermaßen die fünf Ultrakatholischen von "Christkönigtum" zu retten, die mittlerweile eingetroffen waren: Sie schwenkten ihre "Unbeflecktes Herz Mariens"-Fahnen und beteten einen Rosenkranz.
In Solidarität mit der angegriffenen Dragqueen Vicky Voyage und der Kinderveranstaltung versammelten sich dreimal so viele Bürger*innen und Antifaschist*innen vor der Stadtbibliothek am Olympia-Einkaufszentrum. Auch der Zweite Bürgermeister der Landeshautstadt, Dominik Krause (Grüne), nahm an der von "München ist bunt" organisierten Solidaritätskundgebung teil.
Ähnliches passierte bereits Ende November in Berlin. Dort hatte die AfD zum Protest gegen eine Drag-Lesung im Humboldt-Forum aufgerufen, konnte jedoch nur wenige Anhänger*innen mobilisieren. Die queere Gegendemo war ebenfalls deutlich größer (queer.de berichtete). (ra/ls)








