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1. Dezember
Welt-Aids-Tag ignoriert: Madonna kritisiert Trump
US-Präsident Donald Trump und seine Regierung samt Gesundheitsminister schwiegen am Montag zum weltweiten Gedenktag – anders als die Queen of Pop.

Madonna 2023 bei einem Konzert in Paris und Präsident Donald Trump letzte Woche vor dem Weißen Haus (Bild: Raph_PH / wikipedia, White House)
- 2. Dezember 2025, 18:27h 3 Min.
Popstar Madonna hat am Montag die Ankündigung der US-Regierung, den an diesem Tag begangenen Welt-Aids-Tag praktisch zu ignorieren, in einem Instagram-Eintrag kritisiert. "Donald Trump hat verkündet, dass der Welt-Aids-Tag nicht mehr begangen werden soll. Es ist eine Sache, Bundesbeamten zu befehlen, diesen Tag nicht zu begehen, aber die Öffentlichkeit aufzufordern, so zu tun, als hätte es ihn nie gegeben, ist lächerlich, absurd, undenkbar", schrieb die Queen of Pop.
Der Tag werde seit vier Jahrzehnten weltweit von Menschen aus allen Bereichen begangen, "da Millionen von Menschen vom HIV-Problem betroffen sind", so die 67-Jährige. "Menschen haben durch diese tödliche Krankheit, für die es noch immer keine Heilung gibt, ihre Liebaber verloren, ihre Männer und Frauen, ihre Girlfriends und Boyfriends, ihre Mütter, Töchter und Kinder."
Schweigen der Regierung
Letzte Woche war durch einen Bericht der "New York Times" bekannt geworden, dass das Außenministerium seine Mitarbeitenden und Organisationen, die Bundesmittel erhalten, angewiesen habe, keine Mittel der US-Regierung für den Welt-Aids-Tag zu verwenden. Die Anordnung sei Teil einer umfassenderen Richtlinie, "sämtliche Kommunikation zu Gedenktagen zu unterlassen, einschließlich des Welt-Aids-Tags", zitierte die New Yorker Zeitung eine interne E-Mail.
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Mitarbeitende dürften zwar weiter "die Arbeit hervorheben", die im Rahmen verschiedener Programme geleistet werde, "um dieser gefährlichen Krankheit und anderen Infektionskrankheiten weltweit entgegenzuwirken", heißt es weiter in der E-Mail. Sie dürften außerdem Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Würdigung besuchen. Allerdings sollten sie "davon absehen, den Welt-Aids-Tag öffentlich über jegliche Kommunikationskanäle zu bewerben, einschließlich sozialer Medien, Medienkontakten, Reden oder anderer öffentlichkeitswirksamer Kommunikation".
Es ist das erste Mal, das eine US-Regierung den seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangenen Tag ignoriert. In der Tat waren am Montag weder der umstrittene US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und sein Haus noch das Weiße Haus und US-Präsident Donald Trump auf den weltweiten Gedenk- und Aktionstag eingegangen. "Silence = Death", "Schweigen = Tod", hieß eine frühe Parole aus der Aids-Bewegung.
Madonnas persönliche Erinnerungen
"Ich wette, er hat nie seinen besten Freund an Aids sterben sehen, ihm die Hand gehalten und zugesehen, wie das Blut aus seinem Gesicht wich, als er im Alter von 23 Jahren seinen letzten Atemzug tat", schrieb Madonna über Trump. Ihr enger Freund Martin Burgoyne, der unter anderem das Cover für die 1983 erschienene Single "Burning Up" gestaltete, war 1986 in dem Alter an Aids verstorben. Im gleichen Jahr war allerdings auch Trumps Rechtsanwalt und Mentor Roy Cohn an den Folgen der Krankheit gestorben.
"Die Liste der Menschen, die ich gekannt und geliebt und die ich durch Aids verloren habe, ist ziemlich lang", so Madonna. "Lassen Sie mich noch einmal sagen: Es gibt immer noch keine Heilung für Aids und Menschen sterben immer noch daran. Ich weigere mich zu akzeptieren, dass diese Menschen umsonst gestorben sind. Ich werde weiterhin den Welt-Aids-Tag begehen, und ich hoffe, ihr werdet ihn mit mir begehen."
Die Trump-Regierung hatte bereits zu Beginn des Jahres dem weltweiten Kampf gegen HIV/Aids eine Absage erteilt. So wurden Mittel der Hilfsorganisation USAID gestrichen, die etwa lebensrettende Medikamentenlieferungen für HIV und andere Krankheiten enthielten. Auch Mittel für Forschung und Prävention wurden weltweit zurückgefahren oder gestrichen. Das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) schätzt, dass die Einstellung der US-Hilfen, wenn sie nicht durch andere Quellen ersetzt werden, bis 2029 zu rund 4,2 Millionen zusätzlichen Aids-bedingten Todesfällen führen könnte. (cw)














