Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?56052

Neue ARD-Doku

Braucht die schwule Community eine #MeToo-Bewegung?

Die neue ARD-Dokumentation "#MeToo – Unter Schwulen?" beschäftigt sich mit sexuellen Grenzüberschreitungen in der schwulen Szene.


Die Doku "#Metoo – Unter Schwulen?" läuft ab Donnerstag in der ARD-Mediathek (Bild: Wintergarten Films)
  • 3. Dezember 2025, 12:42h 3 Min.

Die ARD-Mediathek veröffentlicht eine Dokumentation über ein Thema, das in der schwulen Community gerne totgeschwiegen wird: In "#MeToo – Unter Schwulen?" geht es um sexualisierte Gewalt unter homo- und bisexuellen Männern. Der Film des Saarländischen Rundfunks ist ab Donnerstag kostenlos auf der öffentlich-rechtlichen Plattform zu sehen. Bereits jetzt ist ein 90-sekündiger Trailer veröffentlicht worden.

In der Ankündigung zur Dokumentation heißt es: "Sex spielt in Teilen der schwulen Community eine besonders große Rolle. Auf Online-Plattformen eröffnen 'Dickpics' die Konversation. In Bars, Clubs und Saunen geht es teils schnell zur Sache. Dieser offene Umgang birgt aber auch die Gefahr, dass individuelle Grenzen verschwimmen, nicht ausgehandelt oder ganz klar überschritten werden."

Filmautor Steven Meyer von Wintergarten Film findet, dass es bei diesem Thema noch viel Gesprächsbedarf gebe: "Über Grenzüberschreitungen unter Schwulen wird bislang zu wenig gesprochen. Stattdessen werden sie oft einfach hingenommen." Der 32-Jährige ist selbst schwul und erklärte, er habe in jungen Jahren mehr als einmal Verhalten hingenommen, mit dem er sich nicht wohlgefühlt habe. "Die Frage nach Konsens braucht eine Bühne", erklärte er – auch innerhalb der queeren Szene.

Autor besucht schwules Oktoberfest, Cruising-Bars und einen Konsens-Workshop

Mit Künstlern, Aktivisten und Opfern spricht Meyer über ihre Erfahrungen und darüber, was sich ändern muss, damit sich bei aller gewollter Freizügigkeit alle Beteiligten wohl und sicher fühlen. Der Film führt ihn etwa auf die "rosa Wiesn", dem schwulen Oktoberfest, wo ungefragte Berührungen für viele einfach dazugehören.

Er taucht auch ein in die Welt der Cruising-Bars, in denen es aber kaum klare Regeln gebe. Außerdem besucht er einen Konsens-Workshop, in dem Teilnehmer lernen, Grenzen zu setzen und die Grenzen des Gegenübers zu respektieren.

#MeToo startete 2017

Die #MeToo-Bewegung begann im Oktober 2017 nach den Enthüllungen über den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, was den Hashtag weltweit bekannt machte. Ursprünglich war der Begriff von der amerikanischen Aktivistin Tarana Burke 2006 ins Leben gerufen worden, um das Bewusstsein für sexuelle Gewalt zu schärfen.

In der queeren Community ist die Bewegung nur am Rande angekommen: In den letzten Jahren gab es in der schwulen Szene aber vereinzelt Vorwürfe gegen prominente Dragqueens, Clubbetreiber oder Partyveranstalter. Der prominenteste Fall ist jener von US-Schauspieler Kevin Spacey, der seit 2017 von einer Vielzahl von Männern beschuldigt wurde, sexuelle Grenzen überschritten zu haben. Der zweifache Oscar-Preisträger gab zwar an, sich manchmal "schlecht benommen" und "übergriffig" verhalten zu haben, stritt aber Vorwürfe von sexueller Gewalt ab. In einem US-Zivilprozess und einem britischen Strafprozess wurde er freigesprochen, nächstes Jahr steht er aber erneut in einem Zivilprozess in London vor Gericht (queer.de berichtete). Seine Hollywood-Karriere endete nach den Vorwürfen abrupt – Spacey verlor etwa seine Rolle in der populären Netflix-Serie "House of Cards" und ist nur noch in kleinen Produktionen zu sehen. (cw)

-w-