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Aus für Roblox
Wegen "Homo-Propaganda": Russland sperrt Gaming-Plattform
Eine Videospiele-Plattform ist das nächste Opfer der Queerpanik in Russland: Roblox ist ab sofort im Putin-Reich nicht mehr erreichbar.

In Russland müssen Spielverrückte wohl auf Brettspiele zurückgreifen (Bild: IMAGO / Russian Look)
- 4. Dezember 2025, 14:00h 2 Min.
Russland hat die beliebte amerikanische Gaming-Plattform Roblox wegen "extremistischen Inhalten" und "LGBT-Propaganda" gesperrt. Die Zensurbehörde Roskomnadsor erklärte laut russichen Medienberichten, die Seite enthalte "unangemessene Inhalte, die die spirituelle und moralische Entwicklung von Kindern negativ beeinflussen können". Dazu zählten "Aufrufe zu Gewalttaten und LGBT-Propaganda".
Roblox ist eine Online-Gaming-Plattform und App, auf der Nutzende nicht nur Spiele spielen, sondern auch eigene erstellen können. Es ist keine einzelne Spiel-Engine, sondern ein Ökosystem mit Millionen von Spielen, die von der Community selbst entwickelt und veröffentlicht werden, ähnlich wie auf einer Social-Media-Plattform. 2024 hatte Roblox laut Schätzungen 380 Millionen monatlich aktive Nutzer*innen, rund 40 Prozent sollen unter 13 Jahre alt sein. Die Plattform bietet auch spezielle Communitys für queere Menschen an.
Ein Sprecher von Roblox erklärte gegenüber der BBC, die Plattform respektiere nationale Gesetze und biete einen "positiven Raum" zum Lernen. "Wir haben ein tiefes Engagement für Sicherheit und verfügen über ein robustes Set proaktiver und präventiver Sicherheitsmaßnahmen, die darauf ausgelegt sind, schädliche Inhalte auf unserer Plattform zu erkennen und zu verhindern", so der Sprecher.
Auch jugendschutz.net, das gemeinsame deutsche Kompetenzzentrum von Bund, Ländern und Landesmedienanstalten für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet, hat Probleme mit Roblox. So biete die Plattform Inhalte aus dem Bereich Extremismus und sexualisierte Gewalt an, heißt es in einem Bericht, der allerdings queere Inhalte nicht erwähnt. Roblox ist in Deutschland legal, aber die Plattform wurde von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) im Januar diesen Jahres von einer Altersfreigabe ab 12 Jahren auf eine ab 16 Jahren angehoben.
"Homo-Propaganda" seit zwölf Jahren untersagt
Russland hatte 2013 das "Gesetz zum Verbot der Propaganda nichttraditioneller sexueller Beziehungen gegenüber Minderjährigen" beschlossen, das auch als "Homo-Proapganda"- oder "LGBT-Propaganda"-Gesetz bezeichnet wird. Damit ist öffentliche Sichtbarkeit von queeren Menschen praktisch untersagt. Mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine ging Russland noch schärfer gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten vor. So wurde die "internationale LGBT-Bewegung" etwa 2023 als "extremistische Organisation" verboten (queer.de berichtete). Der Kreuzzug hat teils absurde Folgen: So löste die Polizei in Moskau etwa eine "My Little Pony"-Convention wegen angeblicher "Homo-Propaganda" auf (queer.de berichtete).
In Russland sind auch weitere populäre Internetangebote offiziell untersagt: Facebook und Instagram sind etwa verboten, da ihr Mutterkonzern Meta als "extremistisch" eingestuft wurde. Auch unabhängige Nachrichtenseiten, etwa die Deutsche Welle, können ohne Tricks nicht in Russland erreicht werden. (dk)














