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  • 4. Dezember 2025, 14:36h 2 Min.

Maik Brückner liest der Bundes­regierung die Leviten (Bild: Die Linke im Bundestag)

Maik Brückner, der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, hat es als "schlechten Witz" bezeichnet, dass die Bundes­regierung eine "unabhängigen Expertenkommission" zur Prostitution eingesetzt hat, in der keine einzige sexarbeitende Person sitzt. Die Kommission besteht aus zwölf Mitgliedern unter Führung eines Kriminologie-Professors.

"Es sind mal wieder alle möglichen Leute berufen, nur nicht die Personen, um die es eigentlich geht. Ähnlich wie bei der Wehrpflicht und beim Bürgergeld wird über die Köpfe der Betroffenen hinweg diskutiert", kritisierte Brückner.

Bundes­regierung will Sexarbeitende "in besonderer Art und Weise" beteiligen

Deshalb habe er eine schriftliche Frage an die Bundes­regierung geschickt, in der sie zur Nicht-Nominierung von Sexarbeitenden Stellung nehmen soll. Die Regierung antwortete, dass ihr die Einbeziehung von Sexarbeitenden ein 'wichtiges Anliegen' sei. Diese sollten daher 'in besonderer Art und Weise' von der Kommission beteiligt werden. Die Antwort bezeichnete Brückner als "pure Comedy". Er fuhr fort: "Aha, sehr schön! Warum man sie dann nicht gleich in die Kommission holt und wie die Beteiligung genau aussehen soll, geht aus diesen mystischen Formulierungen leider nicht hervor." Die Tatsache, dass keine Sexarbeitenden an der Kommission beteiligt seien, untergrabe deren Arbeit und Glaubwürdigkeit vom ersten Tag an. "Da der Bundes­regierung keine anderslautende Erklärung zu entlocken ist, muss ich von ideologischen Vorbehalten ausgehen", so Brückner weiter.

Auch der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) hatte bereits kritisiert, dass keine Sexarbeitenden in die Kommission berufen worden waren. Denn gerade beim hochstigmatisierten Thema Prostitution sei "die Innenansicht aus der Branche extrem wichtig", teilte der Verband mit (queer.de berichtete). (cw)

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