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Fußball
Brasilianischer Star-Trainer entschuldigt sich nach homophobem Spruch
Fußball-Coach Abel Braga kritisierte, dass ein rosafarbenes Trikot seine Spieler in eine "Ansammlung von Schwulen" verwandle – und meinte das freilich nicht als Kompliment. Später tat ihm die Aussage leid.

Abel Braga kritisierte, dass seine Mannschaft zu schwul sei, wenn sie in rosafarbenen Trikots trainiert (Bild: IMAGO / Fotoarena)
- 5. Dezember 2025, 14:40h 2 Min.
Der bekannte brasilianische Fußball-Trainer Abel Braga hat sich nach einem homophoben Ausbruch bei einer Pressekonferenz seines in der Millionenstadt Porto Alegre ansässigen Vereins SC Internacional entschuldigt.
Der 73-Jährige hatte in der Pressekonferenz am Sonntag die rosafarbenen Trainingstrikots seines Vereins mit den Worten kritisiert: "In einem Gespräch mit dem Präsidenten sagte ich: 'Ich will nicht, dass meine verdammte Mannschaft in rosa Trikots trainiert, das sieht aus wie eine Ansammlung von Schwulen.'"
"Habe mich unpassend über die Farbe Rosa geäußert"
Nur wenige Stunden später bedauerte er auf Instagram seine Äußerungen. "Mir ist bewusst, dass ich mich während meiner Pressekonferenz unpassend über die Farbe Rosa geäußert habe. Bevor sich das weiterverbreitet, möchte ich mich entschuldigen. Farben definieren nicht das Geschlecht. Was Menschen definiert, ist der Charakter."
Braga war in den Siebziger- und Anfang der Achtzigerjahre als Abwehrspieler bei mehreren Profivereinen aktiv, darunter auch Paris Saint-Germain. Seit 40 Jahren arbeitet er als Trainer, hauptsächlich in Brasilien. In Europa war er kurzzeitig auch Coach für Olympique Marseille und den schweizerischen Erstligisten FC Lugano.
Homophobie ist ein großes Problem im brasilianischen Fußball. Homosexuellenfeindliche Beleidigungen von Fans und Spielern sind keine Seltenheit, sowohl auf als auch außerhalb des Platzes. In sozialen Medien kommt es regelmäßig zu Hasskommentaren gegen Spieler, die als queer wahrgenommen werden. Auch von Trainern und Spielern gibt es immer wieder abwertende Kommentare. Superstar Neymar hatte etwa 2020 einen Mann, der mit seiner Mutter liiert war, als "Schwuchtel" beschimpft (queer.de berichtete). Die brasilianische Liga und einige Vereine unterstützen allerdings auch Kampagnen gegen Queerfeindlichkeit, etwa unter dem Hashtag #FutebolContraHomofobia. (dk)














