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Neue Studie

Homofeindlichkeit unter Migrant*­innen nimmt ab

Deutsche mit Migrationshintergrund und Ausländer*innen lehnen Lesben und Schwule nach einer neuen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung seltener ab als vor zehn Jahren. Große Unterschiede gibt es bei den Herkunftsgruppen.


Symbolbild: Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin (Bild: IMAGO / Lem)
  • 7. Dezember 2025, 06:32h 3 Min.

Die neue Studie "Einwanderungsgesellschaft im Wandel" (PDF) der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung hat auch die Einstellung von Zuwanderer*innen und ihren Nachkommen gegenüber Homosexualität untersucht. Demnach lehnen in Deutschland lebende Ausländer*innen sowie Deutsche mit Migrationshintergrund Lesben und Schwule nun seltener ab als noch vor zehn Jahren.

Laut der Studie stimmen 19 Prozent der Ausländer*innen der Aussage "Ich will keine homosexuellen Freunde" völlig oder eher zu. 2015 lag dieser Anteil noch bei 25 Prozent, er ist also um 6 Punkte gesunken. Ähnlich verhält es sich bei Deutschen mit Migrationshintergrund: Hier möchten 18 Prozent keine lesbischen oder schwulen Freund*innen haben – 2015 waren es noch 23 Prozent.

Deutsche ohne Migrationshintergrund sind allerdings deutlich homofreundlicher: Hier lehnen nur 7 Prozent Lesben und Schwule im Freundeskreis ab. Im Vergleich zu 2015 hat sich die Zustimmung nicht verändert.

Bei Türkeistämmigen ist die Homofeindlichkeit gestiegen

Besonders hoch ist die Ablehnung von homosexuellen Menschen laut der Studie bei Türkeistämmigen sowie Spätaussiedler*innen. 36 Prozent der Türkeistämmigen stimmen völlig oder eher zu, keine lesbischen und schwulen Freund*innen haben zu wollen. Im Vergleich zu 2015 ist dieser Anteil sogar um 10 Punkte gestiegen. Ähnlich hoch fällt die Ablehnung unter Spätaussiedler*innen aus, von denen 34 Prozent meinen, sie wollen keine homosexuellen Freund*innen. Der Anteil ist seit 2015 konstant geblieben.

Unter Russlandstämmigen fällt die Ablehnung von Lesben und Schwulen mit 16 Prozent geringer aus und ist im Vergleich zu 2015 sogar um ganze 23 Punkte gesunken. Damals sagten 39 Prozent der Russlandstämmigen, sie wollen keine homosexuellen Freund*innen. Ähnlich fällt die Ablehnung unter Polenstämmigen aus. Hier stimmen 16 Prozent völlig oder eher zu, keine Lesben und Schwulen im Freundeskreis haben zu wollen. 2015 lag dieser Anteil mit 18 Prozent auf einem ähnlichen Niveau.

Ablehnung bei Orthodoxen und Muslim*innen am höchsten

Religion spielt bei homofeindlichen Einstellungen eine Rolle, bestätigt die Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung. So sprechen sich Konfessionslose am wenigsten gegen homosexuelle Freund*innen aus. Nur 6 Prozent der Menschen ohne Konfession möchten keine Lesben und Schwule im Freundeskreis. Dieser Anteil ist seit 2015 konstant.

Bei den Religionszugehörigkeiten fallen Orthodoxe sowie Muslim*innen auf, von denen jeweils rund ein Viertel keine homosexuellen Freund*innen möchte. Darüber hinaus hat auch die Religiosität einen Einfluss auf homofeindliche Einstellungen. Religiöse Menschen stimmen der Aussage "Ich will keine homosexuellen Freunde" häufiger zu als nicht religiöse Menschen.

Für die repräsentative Untersuchung waren von Anfang Oktober 2024 bis Ende Januar 2025 bundesweit rund 3.000 Menschen befragt worden, unter ihnen 1.007 Ausländer*innen sowie 1.003 Deutsche mit Migrationshintergrund, die selbst im Ausland geboren wurden oder mindestens einen Elternteil haben, auf den das zutrifft. (mize)

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