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Frankreich
Queerfeindlichen Rivalen mit schwulem Sexvideo erpresst: Fünf Jahre Haft
Ein Bürgermeister in Frankreich filmte seinen Stellvertreter mit einem Callboy – und erpresste ihn mit dem Video jahrelang. Jetzt muss der Täter hinter Gitter.

Gaël Perdriau beteuerte seine Unschuld vor vielen Mikrofonen – vergeblich (Bild: IMAGO / MAXPPP)
- 9. Dezember 2025, 15:24h 2 Min.
Ein Gericht in Frankreich hat den Bürgermeister der Großstadt Saint-Étienne, Gaël Perdriau, wegen der Erpressung eines politischen Rivalen mit einem Sexvideo zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht hielt es für erwiesen, dass der 53-jährige konservative Politiker seinen ersten Stellvertreter Gilles Artigues, der einer anderen rechten Partei angehört, im Januar 2015 mit versteckter Kamera in Begleitung eines Callboys im Zimmer eines Pariser Hotel filmen filmen ließ. Ziel sei gewesen, ihn durch Erpressung politisch kaltzustellen, wie die Zeitung "Le Figaro" berichtete.
Der gefilmte Politiker gab sich öffentlich als überzeugter Katholik und erklärter Gegner von gleichgeschlechtlichen Ehen. Ihm soll laut Aussagen mit einem peinlichen Outing gedroht worden sein, sollte er die Forderungen nicht erfüllen. In Interviews erzählte er nach Bekanntwerden der Erpressung, dass er wegen des Sexvideos daran gedacht habe, sich das Leben zu nehmen. Der Fall war 2022 vom Investigativportal Mediapart aufgedeckt worden.
/ Mediapart | Mediapart berichtete von "einer Sextape-Erpressung mit homophobem Hintergrund im Rathaus von Saint-Étienne."Cest une affaire comme la France nen a jamais connue : un chantage à la sextape sur fond dhomophobie à la mairie de Saint-Étienne.
Mediapart (@Mediapart) June 11, 2023
La victime, Gilles Artigues, témoigne pour la première fois dans notre enquête vidéo.
RDV sur Mediapart ce lundi : https://t.co/TEITPi6DJU pic.twitter.com/hUXDhcFxWC
Dem Beigeordneten soll nach Ansicht des Gerichts absichtlich eine Falle gestellt worden sein. Ein Jahr der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Bürgermeister hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert und kündigte an, in Berufung zu gehen. Sein Rathausamt muss er nach dem Urteil aber unverzüglich räumen.
In ihrer Urteilsbegründung sprach die Vorsitzende Richterin Brigitte Verney von der "extremen Schwere der begangenen Taten". Drei weitere Beteiligte an der Erpressung, die etliche Jahre andauerte, wurden ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt.
Frankreichs Les Républicains warfen Perdriau raus
Die konservative Partei Les Républicains, deren Vize-Vorsitzender Perdriau zwischenzeitlich war, hatte den Bürgermeister bereits kurz nach Bekanntwerden des Skandals vor drei Jahren wegen "niederträchtiger Methoden" gegen einen politischen Rivalen ausgeschlossen. (dpa/cw)















