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Wegen Israels Teilnahme

Auch Island boykottiert den Eurovision Song Contest 2026

Nach Spanien, Irland, Slowenien und den Niederlanden zieht nun auch Island die Reißleine: Der Inselstaat wird 2026 nicht am ESC teilnehmen.


"United by music", "Vereint durch Musik", heißt das Motto des Jubiläums-ESC 2026 aus Wien

  • 10. Dezember 2025, 18:44h 3 Min.

Die Krise um den Eurovision Song Contest 2026 in Wien weitet sich aus. Als nunmehr fünftes Land hat Island seine Teilnahme an dem Musikwettbewerb offiziell abgesagt. Der isländische öffentlich-rechtliche Rundfunk RÚV begründete den Schritt am Mittwoch mit der Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion EBU, Israel weiterhin am Wettbewerb teilnehmen zu lassen.

Island schließt sich damit den Niederlanden, Spanien, Irland und Slowenien an, die bereits in der letzten Woche ihren Rückzug erklärt hatten. Hintergrund der Absage ist die kurz zuvor getroffene Entscheidung der EBU aus der vergangenen Woche, dass der israelische Sender KAN startberechtigt bleibt (queer.de berichtete). Laut einer Mitteilung von RÚV habe die Teilnahme Israels zuletzt "Uneinigkeit sowohl unter den Mitgliedern der EBU als auch in der breiten Öffentlichkeit" verursacht.

Während einer Sitzung in Genf hatte eine Mehrheit der EBU-Mitgliedssender entschieden, dass vorgenommene Regeländerungen am Wettbewerbsverfahren ausreichend seien, weshalb auf eine formelle Abstimmung über einen Ausschluss Israels verzichtet wurde. Island hatte diese Ansicht nicht geteilt und – unter Verweis auf frühere Präzedenzfälle und den Reputationsschaden des Wettbewerbs – einen Ausschluss des israelischen Senders gefordert.

"Weder Freude noch Frieden"

RÚV-Generaldirektor Stefán Eiríksson betonte in der Pressemitteilung, dass der ESC traditionell das Ziel habe, die isländische Nation vor den Bildschirmen zu vereinen. Dieses Ziel sei unter den aktuellen politischen Rahmenbedingungen nicht erreichbar.

"Angesichts der öffentlichen Debatte hierzulande und der Reaktionen auf die EBU-Entscheidung der letzten Woche ist klar, dass weder Freude noch Frieden in Bezug auf die Teilnahme von RÚV am Eurovision herrschen werden", so Eiríksson. Bereits vor der Bekanntgabe hatte sich eine Menschenmenge vor dem Hauptquartier des Senders versammelt, um ihre Unterstützung für einen Boykott zu demonstrieren. Ob der traditionelle isländische Vorentscheid "Söngvakeppnin" im kommenden Jahr ausgetragen wird, ließ der Sender zunächst offen. Man prüfe derzeit die verbleibenden Optionen.

Polen nimmt teil

Die EBU hatte angesichts der anstehenden Entscheidung die Frist für eine Rücknahme einer Teilnahmezusage auf den 10. Dezember verlängert. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, der polnische Sender TVP könnte sich ebenfalls aus dem Wettbewerb zurückziehen. Dieser gab am Mittwoch aber eine Teilnahme bekannt.

Zuvor hatten auch Portugal und Belgien ihre Teilnahme bekannt gegeben. Nach aktuellem Stand sind 34 Länder bestätigt – im Vergleich zum Vorjahr sind Bulgarien, Moldau und Rumänien wieder dabei, während eine Bestätigung Armeniens noch aussteht. Zu den Teilnehmern gehört auch Deutschland, das am Mittwoch erste Details zum Vorentscheid im Februar bekannt gab (queer.de berichtete). Das Land ist direkt für das Finale am 16. Mai 2026 in der Stadthalle in Wien gesetzt. (spot/cw)

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