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Mecklenburg-Vorpommern
Vom OB zum Bürgerbeauftragten – Witt übernimmt Anfang 2026
- 11. Dezember 2025, 01:59h 2 Min.

Silvio Witt tritt am 1. Januar 2026 das Amt des Bürgerbeauftragten Mecklenburg-Vorpommerns an. (Bild: Landtag M-V / Danny Gohlke)
Vier Wochen nach seiner Wahl durch den Landtag ist Neubrandenburgs schwuler Ex-Bürgermeister Silvio Witt offiziell zum Bürgerbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern ernannt worden. Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD) überreichte dem 47-Jährigen am Mittwoch am Rande der Parlamentssitzung die Ernennungsurkunde. Er wird sein neues Amt zum 1. Januar 2026 antreten.
Witt hatte im Herbst 2024 seinen Rücktritt als Bürgermeister angekündigt, nachdem die Stadtvertretung ein Regenbogenfahnen-Verbot für den Hauptbahnhof ausgesprochen hatte (queer.de berichtete). Der Antrag war von einem rechtspopulistischen Kommunalpolitiker gestellt worden, der Witt immer wieder wegen seiner sexuellen Orientierung attackiert hatte (queer.de berichtete). Seine Amtszeit endete im Mai diesen Jahres. Insgesamt war Witt zehn Jahre lang OB der Stadt gewesen.
Der in Neustrelitz geborene Witt folgt als Bürgerbeauftragter auf Christian Frenzel (SPD), der überraschend zum Staatssekretär im Innenministerium berufen wurde. Frenzel war erst 2024 zum Bürgerbeauftragten gewählt worden und hatte Matthias Crone abgelöst, der nach vielen Jahren im Amt in den Ruhestand gegangen war.
Die Regierungsfraktionen von SPD und Linke hatten Witt für das Amt des Bürgerbeauftragten nominiert. Der Diplom-Betriebswirt war mit 44 Ja-Stimmen bei 14 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen gewählt worden. Insgesamt waren 70 Stimmen abgegeben worden, allerdings waren neun ungültig (queer.de berichtete).
An den Bürgerbeauftragten kann sich jede Person wenden, die sich von einer Behörde ungerecht behandelt fühlt. Der Beauftragte ist unabhängig und unparteiisch und bietet regelmäßig Sprechstunden im ganzen Land an. Er soll sich überdies besonders um die Belange von Menschen mit Behinderung kümmern. Als Polizeibeauftragter ist er Ansprechpartner für Mitarbeiter*innen aus diesem Bereich, die über Missstände informieren wollen. (cw/dpa)













