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Aryna Sabalenka

Weltranglisten-Erste will keine trans Frauen im Tennis sehen

Aryna Sabalenka hat in einem Interview klargestellt, dass sie keine "biologischen Männer" im Frauentennis sehen möchte.


Aryna Sabalenka hält nichts von trans Frauen im Tennis (Bild: IMAGO / NurPhoto)
  • 11. Dezember 2025, 14:36h 3 Min.

Aryna Sabalenka, die derzeit beste Tennisspielerin der Welt, will keine trans Frauen im Tennissport dulden, weil dies "nicht fair" für cisgeschlechtliche Frauen sei. Die 27-jährige Belarussin sagte in der britischen Talkshow "Piers Morgan Uncensored" am Dienstag auf die Thematik angesprochen: "Ich habe nichts gegen [trans Frauen], aber ich denke, dass sie immer noch einen großen Vorteil über Frauen haben. Und ich finde, es ist einfach nicht fair für Frauen, gegen biologische Männer zu spielen."

Der Begriff "biologische Männer" wird von vielen trans Frauen als beleidigend angesehen, weil er die geschlechtliche Identität ignoriert und sie auf das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht reduziert.

Sabalenka fuhr fort: "Es ist nicht fair. Eine Frau hat ihr ganzes Leben gearbeitet, ihr Limit zu erreichen und dann muss sie gegen einen Mann spielen, der biologisch viel stärker ist. Ich denke, eine solche Sache im Sport ist etwas, dem ich nicht zustimme."

Das Interview führte Moderator Piers Morgan mit Sablenka und dem australischen Tennisspieler Nick Kyrgios, die ironischerweise Werbung für ein Showmatch gegeneinander machten. Auf die Trans-Frage angesprochen, sprang Kyrgios seiner Kollegin bei: "Ich denke genauso", sagte der 30-Jährige.

Vorteile für trans Frauen nicht wissenschaftlich belegt

Wissenschaftlich ist bislang unklar, ob trans Frauen wirklich Vorteile gegenüber cisgeschlechtlichen Frauen haben. Mehrere Studien deuten eher darauf hin, dass sich Vor- und Nachteile ausgleichen. Eine IOC-Studie aus dem vergangenen Jahr kam etwa zu dem Ergebnis, dass trans Sportlerinnen nicht generell anderen Athletinnen überlegen sind (queer.de berichtete). So hätten trans Frauen durchschnittlich zwar eine höhere Griffkraft als cis Frauen, aber die Forschenden attestierten ihnen auch eine geringere Sprungkraft, Lungenfunktion und weniger Fitness wegen eines schwächeren Herz-Kreislauf-Systems.

2021 war eine im "British Journal of Sports Medicine" veröffentlichte Studie bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Leistungsfähigkeit von trans Frauen nach zwei Jahren der von cis Frauen angleiche (queer.de berichtete). Beide Studien sind aber wegen einer begrenzten Stichprobengröße nur bedingt aussagekräftig. Größere Untersuchungen existieren bislang nicht.

Testosteron-Vorwurf gegen Sablenka

Kurioserweise wird Sablenka selbst beschuldigt, ungerechtfertigte Vorteile wegen eines hohen Testosterons-Wertes zu haben. Die Weltranglisten-26. Marta Kostjuk aus der Ukraine deutete kürzlich an, dass eine Spielerin wie die 1,82 Meter große Weltranglisten-Erste oder die zweitplatzierte Polin Iga Świątek aufgrund ihres natürlich höheren Testosteronspiegels einen biologischen Vorteil hätten, was ihnen helfe, stärker und größer zu sein.

Sabalenka wies dies bei Piers Morgan zurück: "Alles, was ich höre, sind nur Entschuldigungen. Es ist eigentlich lustig, weil sie ein starkes Mädchen ist. Sie hat wohl mehr Muskeln als ich." Kostjuk habe gegen schwächere Spielerinnen verloren, so Sablenka mit einem Lächeln.

Im Frauentennisverband WTA gab es in der Vergangenheit mindestens eine trans Spielerin: Die Amerikanerin Renée Richards spielte in den Siebzigerjahren und schaffte es bis auf Platz 20 der Weltrangliste. Sie erfuhr damals viel Hass – auch von Kolleginnen. Mitspielerinnen kamen etwa mit T-Shirts zu einem Turnier, auf denen stand: "Ich bin eine echte Frau."

Auch andere Tennisspielerinnen zeigten sich in der Vergangenheit transfeindlich. So macht Martina Navratilova seit Jahren Stimmung gegen trans Menschen, obwohl die Amerikanerin selbst wegen ihrer Homosexualität in den Achtzigerjahren im Frauentennis diskriminiert worden war. Navratilova spricht dabei trans Frauen nicht nur das Recht ab, Tennis zu spielen, sondern sieht sie auch pauschal als verkappte Männer an. So erklärte sie 2023, dass trans Frauen niemals Lesben sein könnten (queer.de berichtete). (dk)

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