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Protestaktion

Wegen Teilnahme Israels: Nemo gibt ESC-Pokal zurück

Mehrere Länder boykottieren den Wettbewerb 2026. Nun setzt ein ESC-Star ein Zeichen. Der ESC-Chef versucht, mit einem Brief an die Fans die Wogen zu glätten.


Nemo gibt den Pokal zurück, den der schweizerische Act beim ESC 2024 gewonnen hatte (Bild: EBU / Corinne Cumming)

  • 11. Dezember 2025, 21:16h 2 Min.

Wegen der voraussichtlichen Teilnahme Israels am nächsten Eurovision Song Contest gibt der Schweizer ESC-Star Nemo den Pokal für den Sieg im Jahr 2024 zurück. "Es geht um die Tatsache, dass der Wettbewerb wiederholt dazu benutzt wurde, um das Image eines Staates aufzubessern, dem schweres Fehlverhalten vorgeworfen wird", sagte das Musiktalent auf Instagram.

Die 26-jährige nichtbinäre Person verwies darauf, dass eine Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates zu dem Schluss gekommen ist, dass Israels Behörden und Sicherheitskräfte im Gazastreifen Völkermord begangen hätten. Laut den Organisator*innen des ESC stehe das Event für Einheit, Inklusion und Würde, doch die Teilnahme Israels zeige einen Konflikt zwischen diesen Werten und den Entscheidungen der Europäischen Rundfunkunion (EBU), so Nemo. Israels Außenministerium hat den Vorwurf des UN-Gremiums kategorisch zurückgewiesen und der palästinensischen Terrororganisation Hamas Völkermord-Absichten gegen Israel vorgeworfen.

Sender aus mehreren Ländern boykottieren ESC 2026

Die Mitgliedssender der EBU hatten vergangene Woche in einer Sitzung in Genf den Weg für die Teilnahme Israels freigemacht. Als Reaktion darauf wollen Sender aus Spanien, den Niederlanden, Irland, Slowenien und Island den ESC 2026 in Wien boykottieren.

Nemo kündigte an, den Pokal zur EBU in Genf zurückzuschicken: "Wenn die Werte, die wir auf der Bühne feiern, nicht abseits der Bühne gelebt werden, werden selbst die schönsten Lieder bedeutungslos."

ESC-Chef an Kritiker*innen: "Wir verstehen Eure Gefühle"

Der Direktor des Eurovision Song Contests, Martin Green, hatte sich zuvor am Donnerstag in einem Brief an die Fans des Wettbewerbs gewandt. Er wisse, dass die Ereignisse im Nahen Osten in Verbindung mit dem ESC bei vielen Menschen für starke Emotionen sorgten, schrieb er. Einige Fans hätten in Briefen Wut und Schmerz zum Ausdruck gebracht, weil ihrer Ansicht nach über die tragischen Ereignisse geschwiegen werde. "Ich möchte sagen, dass wir Euch hören. Wir verstehen Eure Gefühle, und es berührt uns genauso", hieß es dem Brief.

Der ESC-Chef wandte sich auch an die Fans in den fünf Ländern, deren Sender den nächsten Wettbewerb boykottieren. "Wir alle hier respektieren ihre Position und Entscheidung", schrieb er. Er hoffe, dass die Sender bald wieder zum ESC zurückkehren würden. In einer gespaltenen Welt komme dem Wettbewerb die Aufgabe zu, "einen Raum zu bieten, in dem Millionen Menschen das Gemeinsame feiern können". (dpa/cw)

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