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Fotos und Alltagsgegenstände gesucht
Mainz: Neue Sammlung zur queeren Geschichte im Stadtarchiv
Queeres Leben in der städtischen Geschichtsschreibung sichtbar zu machen, ist das Ziel der neuen "LSBTIQ-Sammlung" im Stadtarchiv Mainz.

Symbolbild (Bild: Landeshauptstadt Mainz)
- 12. Dezember 2025, 04:18h 2 Min.
Das Stadtarchiv Mainz baut eine neue Sammlung zur Geschichte von queeren Menschen in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt auf. Erste Ergebnisse des Projekts, das 2022 gemeinsam mit der städtischen Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LSBTIQ gestartet wurde, stellten Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) sowie Vertreter*innen des Stadtarchivs am Donnerstag vor.
Ziel des damaligen Aufrufs war es, verschiedenste Materialien von queeren Menschen zu erhalten. Vereine, Initiativen und Privatpersonen folgten dem Aufruf und gaben Fotos, Dokumente, Broschüren, Flyer und Plakate aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab.
Queeres Leben "aus der historischen Unsichtbarkeit" holen
Die nun entstandene Sammlung wird erstmals systematisch erschlossen und der Forschung wie auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Historische Quellen zum queeren Leben in Mainz seien bislang nur spärlich überliefert und oft nicht als solche erkennbar gewesen, teilte das Stadtarchiv mit.
"Historische Quellen zu LSBTIQ-Personen befinden sich zwar in vielen Archivbeständen, sind aber selten als solche gekennzeichnet", betonte Oberbürgermeister Haase die Bedeutung des Projekts. "Mit der neuen Sammlung holen wir queeres Leben buchstäblich aus der historischen Unsichtbarkeit in die Mitte der Gesellschaft."
Ausstellung geplant
Auch der stellvertretende Archivleiter Frank Teske hob die große Resonanz auf den Aufruf von 2022 hervor. Viele Spuren queerer Geschichte drohten verloren zu gehen, "wenn sie nicht bewusst gesammelt und archiviert werden", sagte er.
Um die Sammlung weiter auszubauen, bittet das Stadtarchiv um zusätzliche Schrift- und Bildquellen zur queeren Geschichte in Mainz. Parallel erarbeiten Stadtarchiv, Koordinierungsstelle, Stadthistorisches Museum und Haus des Erinnerns eine Ausstellung zum Thema. Dafür werden zudem Kleidungsstücke, Fotografien, Filme und Alltagsgegenstände gesucht, die als Schenkung oder Leihgabe an das Stadthistorische Museum gegeben werden können. (cw)
Links zum Thema:
» Mehr Informationen zum Projekt "LSBTIQ-Geschichte" im Stadtarchiv Mainz
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