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Warnung vor Totalitarismus
Martina Navratilova: "Heute würde ich mir definitiv nicht aussuchen, in den USA zu leben"
Martina Navratilova floh vor 50 Jahren aus der Tschechoslowakei in die USA. Allerdings würde sie heute wohl ein anderes Land als Zufluchtsort aussuchen, erklärt sie mit Blick auf die Trump-Regierung. In einem Punkt findet die Tennis-Ikone Trump aber gut.

Im Oktober wurde Martina Navratilova der Orden des Weißen Löwen, die höchste staatliche Auszeichnung Tschechiens, verliehen (Bild: IMAGO / CTK Photo)
- 12. Dezember 2025, 12:54h 2 Min.
Die lesbische Tennis-Ikone Martina Navratilova hat in einem Video der konservativen Anti-Trump-Stiftung "The Home of the Brave Foundation" die autoritären Züge der gegenwärtigen amerikanische Regierung scharf kritisiert.
"Ich bin aus einem totalitären Regime übergelaufen, und verdammt noch mal werde ich mich nicht wieder einschüchtern lassen und aufpassen müssen, was ich sage", erklärte Navratilova, die 1975 wegen Verfolgung in ihrem kommunistischen Heimatland Tschechoslowakei in den USA Asyl beantragt hatte und 1981 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Als ehemalige Tschechoslowakin wisse sie, "wie es aussieht und sich anfühlt, in einem totalitären Regime zu leben, in dem man seine Meinung nicht sagen kann oder, noch schlimmer, wegen politischer Ansichten ins Gefängnis geworfen wird".
TikTok / Home of the Brave@ofthebraveusa "I will not be quiet. Not speaking out it equals resignation." Tennis legend Martina Navratilova on the importance of standing up to Trump and his enablers @OfthebraveUSA:
original sound – Home of the Brave
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Weiter erklärte die 69-Jährige, sie sei stolz, Amerikanerin zu sein, "aber ich schäme mich dafür, was Trump unserem Land antut". Sie äußerte auch ihre Wut, dass viele Anwaltskanzleien, Schulen, Politiker*innen oder Unternehmen vor Trump einknickten.
"Dies war das freiste Land der Welt, als ich 1975 überlief. Wenn das jetzt die Situation für mich wäre, würde ich mir definitiv nicht aussuchen, hier zu leben", so die neunmalige Wimbledon-Siegerin. Sie rief dazu auf, nicht stillschweigend die Trump-Politik zu ertragen: "Wenn man ein totalitäres Regime verlässt und in ein freiheitsliebendes Land kommt, muss man sich natürlich äußern. Seine Stimme zu erheben ist tatsächlich das patriotische Verhalten, wenn man etwas Falsches sieht. Habt keine Angst. Es gibt Wege, etwas zu bewirken."
Navratilova ist Fan von Trumps Anti-Trans-Politik
In einer Frage hat sich Navratilova jedoch als Trump-Fan geoutet: seiner Ablehnung von trans Menschen. So sagte sie im April dieses Jahres gegenüber dem Londoner "Telegraph" , sie stimme der Trump-Regel zu, dass "Frauen-Sport nur für Frauen sein sollte" – also dass trans Frauen nicht als Frauen anerkannt werden und generell vom Breiten- und Leistungssport ausgeschlossen werden.
Navratilova macht bereits seit Jahren Stimmung gegen trans Menschen, obwohl sie selbst wegen ihrer Homosexualität in den Achtzigerjahren im Frauentennis diskriminiert worden war – ähnlich wie trans Sportlerinnen heute. Sie spricht dabei trans Frauen nicht nur das Recht ab, Tennis zu spielen, sondern sieht sie auch pauschal als verkappte Männer an. So erklärte Navratilova 2023, dass trans Frauen niemals Lesben sein könnten (queer.de berichtete). (dk)














