Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?56202

Schockierendes Verbrechen

Star-Regisseur und Queer-Ally Reiner mit Ehefrau tot aufgefunden

Was hat sich im Haus von Rob und Michele Reiner zugespielt? Der amerikanische Regisseur und Produzent und seine Ehefrau sollen erstochen worden sein. Als Hauptverdächtiger gilt ihr eigener Sohn.


Rob und Michele Reiner nahmen erst im März diesen Jahres an einer Veranstaltung der queeren Organisation Human Rights Campaign teil (Bild: IMAGO / NurPhoto)
  • 15. Dezember 2025, 10:51h 4 Min.

Der US-Regisseur Rob Reiner und seine Frau Michele sollen tot in ihrem Haus in Los Angeles aufgefunden worden sein, wie US-Medien übereinstimmend berichten. Auch ein Statement der Familie zum Tod des seit 1989 verheirateten Ehepaars wird zitiert. Rob Reiner war 78 Jahre alt. Zum Alter seiner Frau Michele gab es unterschiedliche Angaben von 65 bis 68 Jahren.

Eine Mordkommission der Polizei Los Angeles habe die Untersuchung übernommen und bereits einen Durchsuchungsbefehl beantragt, erklärte Alan Hamilton von der Polizei Los Angeles (LAPD). Die beiden Leichname sollen mit Stichverletzungen aufgefunden worden sein, berichten die US-Sender NBC und ABC übereinstimmend. Vor dem Haus des Regisseurs im Stadtteil Brentwood gebe es ein großes Polizeiaufgebot.

Sohn ist Tatverdächtiger

Laut Berichten soll das Ehepaar von seinem gemeinsamen Sohn Nick (32) getötet worden sein. Wie Quellen der Strafverfolgungsbehörden der "New York Post" mitteilten, gelte er als Verdächtiger.

Nick hatte in der Vergangenheit offen über seine Probleme mit Drogenabhängigkeit und Obdachlosigkeit gesprochen. "Ich war obdachlos in Maine. Ich war obdachlos in New Jersey. Ich war obdachlos in Texas. Ich habe Nächte auf der Straße verbracht. Ich habe wochenlang auf der Straße gelebt. Es war kein Vergnügen", sagte er 2016 in einem Interview mit "People".

"Mit tiefster Trauer geben wir den tragischen Tod von Michele und Rob Reiner bekannt. Wir sind untröstlich über diesen plötzlichen Verlust und bitten in dieser unfassbar schweren Zeit um Privatsphäre", erklärte die Familie in einer Stellungnahme gegenüber "Variety".

Rob und Michele Reiner bekamen die Kinder Jake, Nick und Romy. Rob Reiner hat außerdem eine Adoptivtochter mit seiner 2018 verstorbenen Ex-Frau Penny Marshall, mit der er zehn Jahre verheiratet war.

Hollywood und Politik trauern

Schauspieler*innen und Politiker*innen zeigten sich zutiefst betroffen und schockiert. "Michelle und ich sind untröstlich über den tragischen Tod", schrieb der frühere US-Präsident Barack Obama auf der Plattform X. Die frühere US-Vizepräsidentin Kamala Harris, Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom und die frühere Anführerin im US-Repräsentantenhaus Nancy Pelosi sprachen der Familie ihr Beileid aus.

/ BarackObama
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Er sei "entsetzt" über den Tod des Regisseurs und seiner Frau, schrieb der Hollywood-Schauspieler Elijah Wood auf der Plattform X. Ähnlich äußerten sich die Schauspieler James Woods und Ben Stiller auf X.

"Rob Reiner ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte von Film und Fernsehen. Sein Einfluss auf die amerikanische Kultur kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden," sagte Sean Astin, der Vorsitzende der US-Schauspielgilde, in einer Mitteilung.

Rob Reiner gab sein Regiedebüt 1984 mit der Komödie "This Is Spinal Tap". Er ist auch bekannt durch Filme wie "Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers" mit River Phoenix (1986), "Die Braut des Prinzen" (1987) und "Eine Frage der Ehre" (1992). Sein größter Hit aber war der Kultstreifen "Harry und Sally" (1989) mit Meg Ryan und Billy Crysal, bei dessen Dreharbeiten er auch seine Ehefrau Michele kennenlernte. Der Regisseur trat auch selbst vor die Kamera, spielte etwa die Rolle Mike in der Sitcom "All in the Family".

Engagement für Ehe für alle

In Hollywood-Kreisen war Reiner als streitbarer Linksliberaler bekannt. So machte er sich 1998 in einer Volksabstimmung für eine höhere Tabaksteuer in Kalifornien stark. Zudem kämpfte der vierfache Vater jahrelang für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Rob Reiner war etwa Mitbegründer der American Foundation for Equal Rights (AFER). Die Organisation wurde 2008 gegründet, um die kalifornische Proposition 8 verfassungsrechtlich anzufechten. Diese Volksabstimmung hatte die gleichgeschlechtliche Ehe in Kalifornien verboten (queer.de berichtete).

Die von AFER angestrengte Klage (Perry v. Schwarzenegger / später Hollingsworth v. Perry) führte vor Bundesgerichten dazu, dass das Verbot als verfassungswidrig eingestuft wurde – ein zentraler Meilenstein im langen Kampf um Ehegleichstellung in den USA (queer.de berichtete).

2016 beteiligte sich Reiner auch an einem Boykott des US-Bundesstaates North Carolina (queer.de berichtete). Anlass war das inzwischen abgeschaffte queerfeindliche Gesetz HB 2, das den Schutz queerer Menschen vor Diskriminierung untersagte.

Reiner nutzte auch sonst seine Prominenz, um Spenden und Unterstützung für queere Organisationen zu sammeln und sprach wiederholt in Interviews über die Wichtigkeit von Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung gegenüber queeren Personen. Er betonte dabei, dass seine Unterstützung nicht erst durch gerichtliche Entscheidungen enden, sondern in einem gesellschaftlichen Wandel münden sollte. Außerdem unterstützte er queere Filmschaffende unterstützt und äußerte sich öffentlich positiv über queere Sichtbarkeit in Film und Fernsehen. (dpa/spot/cw)