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Auch Deutschland ist dabei

35 Länder nehmen am ESC in Wien teil

Beim Eurovision Song Contest nehmen dieses Jahr 35 Länder teil. Das ist die niedrigste Teilnehmerzahl seit 23 Jahren, aber immer noch fünf Mal so viel wie beim ersten Wettbewerb.


Die deutsche Delegation um Abor und Tynna freute sich beim ESC in Basel dieses Jahr über ein paar Pünktchen (Bild: EBU / Corinne Cumming)
  • 15. Dezember 2025, 12:57h 3 Min.

Die Teilnehmerländer für den 70. Eurovision Song Contest 2026 in Wien stehen fest: Wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) mitteilte, werden 35 Nationen um die ESC-Krone kämpfen. Das sind zwei weniger als im vergangenen Jahr. Zuletzt nahmen 2003 weniger Länder beim europäischen Musikfestival teil. Die Rekordjahre waren 2011 und 2018, als sich 43 Länder beworben haben. Die wenigsten Teilnehmer gab es beim Auftakt-ESC 1956, damals traten sieben Länder gegeneinander an.

Mit Bulgarien, Rumänien und Moldawien kehren dieses Jahr drei Länder zurück, die in den letzten Jahren pausiert hatten. Außerdem haben sich neben Ausrichter Österreich auch die öffentlich-rechtlichen Sender von Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Israel, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldawien, Montenegro, Norwegen, Polen, Portugal, San Marino, Schweden, Serbien, die Schweiz, Tschechien und Zypern zur Teilnahme durchgerungen.

/ ESCdiscord

Damit werden bei den beiden Halbfinals am 12. und 14. Mai jeweils 15 Acts gegeneinander antreten, von denen sich zehn für das Finale qualifizieren. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien sind als große Geldgeber jeweils automatisch für das Finale am 16. Mai qualifiziert, ebenso wie Gastgeber Österreich.

Streit um Israels Teilnahme

Zuletzt hatte es Streit wegen der Teilnahme Israels beim ESC gegeben. Hintergrund ist der Gaza-Konflikt und eine viel kritisierte Werbekampagne der israelischen Delegation im vergangenen Jahr. Anfang Dezember einigten sich die an der EBU beteiligten Fernsehsender in einer Kampfabstimmung auf neue Regeln, die die weitere Teilnahme Israels ermöglichte (queer.de berichtete). Daraufhin sagten Irland, die Niederlande, Spanien, Slowenien und zuletzt Island ihre Teilnahme ab (queer.de berichtete).

Der Boykott wurde in der deutschen und österreichischen Politik teils scharf kritisiert. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sagte etwa, er sei generell "skeptisch, was den Boykott von Künstlerinnen und Künstlern angeht – insbesondere, wenn es ihre Herkunft betrifft".

Neue Regeln

Die EBU hatte sich auf neue Abstimmungs- und Werbe-Regeln für den Song Contest geeinigt. So sollen unter anderem regierungsnahe Werbekampagnen für ESC-Teilnehmer*innen beschränkt werden. Hintergrund ist, dass die israelische Sängerin Yuval Raphael dieses Jahr durch extrem viele Publikumsstimmen in der Gesamtauswertung Platz zwei belegte. Dabei wurde kritisiert, dass eine regierungsnahe Agentur in Israel massiv für den Beitrag geworben hatte. Raphael hatte das Publikumsvoting gewonnen, allerdings ist unklar, ob es an der Kampagne gelegen hat oder die Zuschauer*innen die Ballade einfach mochten.

Die Jurys werden unterdessen aufgewertet. So sollen sie wieder im Halbfinale mitabstimmen – in den letzten drei Jahren war dort nur das Publikumsvoting ausschlaggebend. Die EBU will damit erreichen, dass "hochwertige Beiträge mit breitem künstlerischem Wert" ins Finale einziehen. Zudem wurde die Zahl der Jurymitglieder pro Land von fünf auf sieben erhöht. Sie müssen auch schriftlich bestätigen, dass sie unabhängig und unparteiisch abstimmen.

Auch für das Publikumsvoting gibt es Veränderungen: So kann jeder nur noch zehn Mal abstimmen, statt bislang 20 Mal. Die Änderungen sollen laut der EBU für "Vertrauen, Transparenz und Neutralität" beim ESC sorgen.

Der deutsche Beitrag wird am 28. Februar 2026 in einer Live-Sendung bestimmt (queer.de berichtete). Verantwortlicher Sender ist nächstes Jahr der SWR, nachdem der NDR rund 30 Jahre lang die Federführung übernommen hatte. (dk)

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