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USA
Tod von Rob Reiner: Queere Organisationen erschüttert, Trump spottet
Der Tod des queerfreundlichen Regisseurs Rob Reiner löste tiefe Trauer unter queeren Aktivist*innen aus. Im Weißen Haus knallen dagegen die sprichwörtlichen Sektkorken.

Donald Trump (li.) hat offenbar noch eine Rechnung mit dem gerade ermordeten Hollywood-Regisseur Rob Reiner offen (Bild: Gage Skidmore / flickr, Montclair Film / wikipedia)
- 16. Dezember 2025, 09:59h 4 Min.
Der gewaltsame Tod von Rob Reiner (1947-2025) am Sonntag hat viele Menschen erschüttert. Queere Organisationen würdigen etwa das Engagement des mutmaßlich von seinem Sohn getöteten Hollywood-Regisseurs und von dessen Ehefrau Michele (queer.de berichtete). Hämisch reagierte dagegen US-Präsident Donald Trump auf die Todesmeldung.
"Rob war nichts weniger als eine Legende", erklärte etwa Kelley Robinson, die Chefin der größten amerikanischen LGBTI-Organisation Human Rights Campaign. Seine Fernsehserien und Filmen seien Teil der US-Geschichte. "Doch bei all seinen Errungenschaften in Hollywood werden Rob und Michele vor allem wegen ihrer riesigen Herzen und ihrer leidenschaftlichen Unterstützung für die Anliegen, an die sie glaubten in Erinnerung bleiben – darunter die Gleichstellung von LGBTQ+-Menschen" Reiner war etwa Mitbegründer der American Foundation for Equal Rights (AFER), die sich für die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Ehe-Recht einsetzte.
Das getötete Ehepaar habe Kräfte mobilisiert, "die die Ehe für alle zum Gesetz des Landes machten", so Robinson weiter. Sie hätten sich bis zu ihren letzten Tagen für queere Rechte engagiert. "Die Welt ist an diesem Morgen ein dunklerer Ort ohne Rob und Michele – mögen sie in Kraft ruhen."
Die queere Organisation GLAAD würdigte auf Facebook ebenfalls, dass die Reiners "leidenschaftliche Befürworter" von queeren Rechten gewesen seien. "Unsere Herzen sind bei ihren Angehörigen", heißt es weiter.
Trump: Reiner war paranoid
Ganz anders reagierte US-Präsident Donald Trump, der von Rainer oft wegen seiner Politik kritisiert worden war. In einem Posting auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social bezeichnete der 79-Jährige den verstorbenen Reiner als "gequälten und kämpfenden, aber einst sehr talentierten Filmregisseur und Comedy-Star". Den Tod des Ehepaars führte er auf "den Ärger zurück, den er anderen durch seine massive, unnachgiebige und unheilbare Erkrankung verursachte" – gemeint sei das sogenannte "Trump Derangement Syndrome", also sein "übersteigerter Trump-Hass".
Reiner sei "dafür bekannt gewesen, Menschen in den WAHNSINN zu treiben mit seiner wütenden Besessenheit für Präsident Donald J. Trump, wobei seine offensichtliche Paranoia neue Höhen erreichte, als die Trump-Regierung alle Ziele und Erwartungen übertraf und das Goldene Zeitalter Amerikas anbrach – vielleicht wie nie zuvor", so Trump.

(Bild: Truth Social)
In Äußerungen im Oval Office bekräftige Trump seine Haltung: Er sagte laut CNN, Reiner sei eine "geistesgestörte Person" und "sehr schlecht für unser Land" gewesen.
Die Äußerungen Trumps wurden scharf kritisiert, sogar teilweise aus den eigenen Reihen. Viele erinnerten den Präsidenten daran, dass seine Regierung nach dem Tod des queerfeindlichen Rechtsextremen Charlie Kirk eine Hetzjagd gegen jeden startete, der Kirks Haltung nur ein wenig kritisierte. "Egal wie man zu Rob Reiner stand, das ist ein unangebrachter und respektloser Diskurs über einen Mann, der gerade brutal ermordet wurde", schrieb etwa der republikanische US-Kongressabgeordnete Thomas Massie bei der Online-Plattform X. Führende Republikaner im Kongress wollten jedoch nichts zu den Äußerungen ihres Chefs sagen – auf Fragen von Journalist*innen reagierten sie meist mit dem Hinweis, dass sie gerade keine Zeit hätten.
Reiner-Sohn wegen Mordverdachts angeklagt
Jim McDonnell, der Polizeichef von Los Angeles, bestätigte unterdessen auf einer Pressekonferenz, dass der Sohn des getöteten Paares, Nick Reiner, inzwischen wegen Mordes angeklagt worden sei. Laut Unterlagen des Los Angeles Sheriff's Department befindet er sich in Untersuchungshaft, die Kaution wurde auf vier Millionen US-Dollar festgesetzt. Nick war bereits am Sonntag von der Mordkommission der Polizei befragt worden.
Nick hatte in der Vergangenheit offen über seine Drogenprobleme gesprochen. In einem Interview mit dem "People"-Magazin berichtete er 2016, er sei um seinen 15. Geburtstag herum erstmals in einer Entzugsklinik gewesen, danach seien 17 weitere Aufenthalte in ähnlichen Einrichtungen gefolgt. Zeitweise sei er obdachlos gewesen. 2015 arbeitete Nick gemeinsam mit seinem Vater an dem Film "Being Charlie". Er war Co-Drehbuchautor des Dramas über einen jungen Drogensüchtigen, dessen Geschichte lose auf seinen eigenen Erfahrungen basiert. (dk/spot/dpa)














